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USA: Das Ende der Supermacht

von Angela Hennersdorf und Malte Fischer

Rasant steigende Staatsschulden, hohe Arbeitslosigkeit, blutleeres Wachstum und eine kränkelnde Industrie – Amerika ist zum Problemfall für die Weltwirtschaft geworden. Ist der Niedergang der größten Volkswirtschaft der Welt noch aufzuhalten?

Demonstrant als Uncle Sam Quelle: laif
Demonstrant als Uncle Sam Quelle: laif

Zeit, durch die Straßen zu laufen, hat er ja eigentlich nicht. Doch Bürgermeister Cory Booker patrouilliert häufig durch die heruntergekommenen Vororte von Newark. Im Herbst vergangenen Jahres musste Booker rund 160 Polizisten entlassen, die Stadtkasse ist leer. Jetzt will der große, athletische Mann zeigen, dass er sich kümmert um seine Stadt.

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Aber weniger Polizisten – ausgerechnet in Newark? Die Bürger der Stadt an der amerikanischen Ostküste können darüber nur den Kopf schütteln. Die mit rund 270 000 Einwohnern größte Stadt im Bundesstaat New Jersey, nur 16 Kilometer von New York entfernt, zählt zu den 30 Städten in Amerika mit der höchsten Kriminalitätsrate. Die Wirtschaftskrise hat ein Loch von rund 70 Millionen Dollar in den Haushalt gerissen, die Stadt ärmer gemacht und der Kriminalität Auftrieb gegeben. Knapp ein Drittel der Menschen lebt unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote liegt über zwölf Prozent.

Niedergang einer Großmacht

Nicht nur Newark, ganz Amerika leidet unter den Spätfolgen der schweren Wirtschaftskrise. Zwei Jahre nach der großen Rezession ist das Land meilenweit entfernt von einer kräftigen Erholung. Die Wirtschaft wächst langsamer als erwartet, die Unternehmen schaffen kaum neue Jobs, die industrielle Basis droht zu erodieren und der Schuldenberg des Staates steigt rasant. Eine langfristige Strategie, den Haushalt zu sanieren, ist nicht in Sicht. Amerikas Kreditwürdigkeit steht auf dem Spiel.

Schwarzmaler wie Nouriel Roubini, Professor an der Stern School of Business in New York, haben nun wieder Hochkonjunktur. „Den USA und der Weltkonjunktur stehen schon bald die nächsten großen Verwerfungen ins Haus“, warnt der Ökonom. Auch sein Kollege, der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, geht hart ins Gericht mit den USA: „Das Einzige, was wir geschafft haben, ist, die Banken zu retten. Da haben wir die Verluste sozialisiert und die Profite privatisiert. Ansonsten geben wir Milliarden Dollar pro Woche in Afghanistan aus, kürzen aber hier an unseren Schulen die Lehrerstellen. Das ist der perverse Niedergang einer Großmacht.“

Ist die größte Volkswirtschaft der Welt dem ökonomischen Niedergang geweiht, ist das amerikanische Jahrhundert schon zu Ende?

52 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.08.2011, 20:09 UhrStephan Locher

    An den USA kann man schön beobachten, welche fatalen Folgen eine verfehlte bildungspolitik in Verbindung mit einer mehr als blauäugigen Finanz- und Steuerpolitik haben (die Einstellung "ett hätt noh immer joot jejange" funktioniert eben doch nicht). Mangels bildung fehlen Fachkräfte... auch und gerade in der Politik. Ein Obama macht noch keinen Aufschwung, wenn es intellektuelle flat liner á la Tea-Party-bewegung gibt, die ihrerseits Zulauf von noch schlimmeren Flachpfeifen, Stimmvieh erhalten. Die Kanzlerin und manch' anderer Sparpolitiker möge angesichts dessen bedenken: die einzigigen wirklich nachhaltigen Zukunftsinvestitionen sidn bildung und Forschung. Und was wird am beliebtesten gekürzt? Und privatisiert?
    bildung ist teuer: besonders, wenn sie fehlt!

  • 31.07.2011, 09:07 UhrLegat

    illusionen platzen wie Seifenblasen transatlantisch und bald hier. Was China und Deutschland antreibt, ist die Explosion des internets. Es wächst exponentiell jedes Jahr zwischen 16 und 23 Prozent, entsprechend sein Energiehunger. Mit Windmühlen ist der nicht zu stillen.

    Dienstleistungen sind eine Totgeburt. Vom internet kann man nicht leben.

    Eine andere Lebenslüge der Grünen ist die ignoranz der Netzrealität.

  • 31.07.2011, 00:18 Uhrklaus maier

    wichtig ! wichtíges zur weltwirtschaft!! dazu bei google eingeben: web-site von manfred julius müller

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