USA: Deutsche Bank spendet für Romney

21. Juli 2012
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bekommt finanzielle Unterstützung von der Deutschen Bank. Quelle: dapdBild vergrößern
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bekommt finanzielle Unterstützung von der Deutschen Bank. Quelle: dapd
von Thomas Stölzel

Auch deutsche Konzerne spenden im US-Präsidentschaftswahlkampf. Die meisten setzen auf Amtsinhaber Barack Obama – mit Ausnahme der Finanzbranche.

Anzeige

Geht es nach der Mehrheit der deutschen Konzerne in den USA, bleibt Barack Obama nach der Wahl am 6. November für vier weitere Jahre Präsident der Vereinigten Staaten. Das geht aus offiziellen Spendendaten hervor, die das Washingtoner Center for Responsive Politics im Auftrag der WirtschaftsWoche ausgewertet hat.

Nur die Deutsche Bank und der Allianz-Versicherungskonzern favorisieren demnach den republikanischen Herausforderer und Ex-Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney (siehe Grafik). Zwar ist es allen Unternehmen in den USA verboten, direkt für eine Partei oder einen Kandidaten zu spenden. Doch dürfen sie sogenannte Politische Aktionskomitees (PACs) gründen. Die sammeln vor allem unter leitenden Angestellten und Geschäftspartnern für die Kandidaten.

Grafik Spenden deutscher Konzerne
Klicken Sie auf die Grafik, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten

Die Wahlforscher gehen bei ihren Untersuchungen davon aus, dass die politischen Präferenzen der ausländischen Firmen sich mit denen ihrer Mitarbeiter und Geschäftspartner decken. Deutsche Bank und Allianz verbinden mit ihrer Pro-Romney-Initiative offenbar die Hoffnung, dass der Republikaner eine Politik verfolgt, die Finanzinstitutionen gegenüber freundlicher gesonnen ist als die von Obama.

Romney hat starke Verbindungen in die Branche, war 1984 Gründungspartner des Finanzinvestors Bain Capital. Seine Nähe zum Finanzsektor sorgt aber auch für Kritik: Mehrere US-Medien werfen Romney vor, die Banken im aktuellen Skandal um die Manipulation des Libor-Zinses nicht zu kritisieren.

weitere Artikel

Bei den aktuellen Repräsentantenhaus- und Senatswahlkämpfen – in vielen US-Bundesstaaten wird ebenfalls gewählt – bevorzugt die Mehrzahl der deutschen Unternehmen in den USA Kandidaten der konservativen Republikaner. Größter Unterstützer ist mit 261.000 Dollar Spenden der Chemie- und Pharmariese Bayer, gefolgt von der Deutschen Telekom mit 193.500 Dollar. Bayer unterhält, über die USA verteilt, mehrere Forschungs- und Produktionsstandorte, die Telekom mit T-Mobile den viertgrößten Mobilfunkanbieter des Landes.

Anzeige
Kommentare | 8Alle Kommentare
  • 17.08.2012, 15:33 UhrHermannVogt

    Nicht nur in den USA wird mit Großspenden Einfluß auf politische Entscheidnungen genommen, das gilt auch schon seit Jahren in Deutschland. Die Unwucht, die fehlende Balance der Spenden sind politisch gefährlich sie zeigen das Demokratieverständnis dieser Unternehmen. Demokratische Wähler jeder Coleur sollten das den Entscheidern deutlich machen und gegebenenfalls ihre Bank, Telefonanbieter oder oder wechseln und für mehr Demokratie und Chancengleichheit aufstehen

  • 30.07.2012, 13:21 Uhrpeter

    D.Bank und Allianz spenden für Romney. Überrascht? Es sind die Inhaber der FED-Krake, die bei diesen beiden Finanzakrobaten das Sagen haben
    Gott zum Gruße

  • 22.07.2012, 10:40 Uhrmathias

    Was mich aber noch mehr wundert, das niemand vor der eigenen Haustüre kehrt

    WIE IST DIE EU-euro entstanden??

    Deutschland hat ALLE Regierungen über die eigenen Landesbanken gekauft.
    Und über ESM u.a. geht die Korruption weiter-richtung KRIEG !

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.