USA gegen China: Das Duell der Supermächte

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USA gegen China: Das Duell der Supermächte

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von Tim Rahmann und Philipp Mattheis

Chinas Wirtschaft wächst rasant, der Yuan soll Leitwährung werden und das Land der entscheidende Akteur in Asien - doch die USA wehren sich. Wer gewinnt das Duell der Supermächte?

Pessimisten sprechen schon vom nächsten Kalten Krieg, der über die Welt hineinbrechen könnte. Optimisten hoffen, dass der Wettstreit friedlich abläuft – und alle von dem Duell profitieren.

Fest steht: Die USA und China kommen sich auf immer mehr Feldern in die Quere. Amerika, die unbestrittene Supermacht seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, sieht sich immer häufiger von China herausgefordert. Ging es bislang um Wirtschaftsfragen, testet China nun auch seine Grenzen in der Sicherheitspolitik. Gleichzeitig soll der Yuan – geht es nach den Chinesen – den US-Dollar als Leitwährung ablösen. Das Problem: Einen offenen Konflikt will keine Nation, zu stark sind die beiden Länder voneinander abhängig.

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Aber auf welchen Feldern duellieren sich die USA und China? Wo gibt es Abhängigkeiten, wo lauern Konflikte – und wer hat im Kampf um die Vorherrschaft die besseren Karten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie stark ist die US-Wirtschaft - und wie abhängig ist sie von China?

Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt – und das seit 1872. Amerika erwirtschaftet rund ein Fünftel des jährlichen Welteinkommens. Das Land profitiert von seinem Einfallsreichtum, dem Dienstleistungssektor und vor allem dem mit rund 315 Millionen Bürgern großen und konsumstarken Binnenmarkt.

Doch damit dieser Binnenmarkt mit Produkten befeuert werden kann, braucht es zahlreiche günstige Importe. Die kommen vor allem aus China. Das Handelsbilanzdefizit der USA mit China hat sich von 315 Milliarden US-Dollar 2012 auf rund 318 Milliarden im Jahr 2013 vergrößert. Ohne die chinesischen Importe gibt es weniger Konsum – und weniger Arbeitsplätze in den USA.

"Beide Seiten haben von dem jetzigen Arrangement profitiert: Die Asiaten sind die Werkbank der USA und produzieren viele günstige Güter. Die werden in den USA weiterverarbeitet oder verkauft. Das Bündnis sichert Arbeitsplätze in beiden Ländern", sagt Martin Thunert, Dozent und Politikwissenschaftler am Center for American Studies der Universität Heidelberg.

Allerdings haben die USA mehr Optionen als die Chinesen. Während China den Absatzmarkt USA braucht, könnten sich die Amerikaner Ländern wie Vietnam verstärkt zuwenden, die noch günstiger sind und Amerika gerne mit Waren fluten würden. Die USA könnten an diesen Plänen mehr denn je Interesse zeigen - zumal die größte Volkswirtschaft der Welt auch oftmals Kritik an der Qualität der chinesischen Produkte übt.

Die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Norwegen (Vorjahr: 6.)

  • Platz 9

    Dänemark (Vorjahr: 12.)

  • Platz 8

    Vereinigte Arabische Emirate (Vorjahr: 8.)

  • Platz 7

    Kanada (Vorjahr: 7.)

  • Platz 6

    Deutschland (Vorjahr: 9.)

  • Platz 5

    Schweden (Vorjahr: 4.)

  • Platz 4

    Hong Kong (Vorjahr: 3.)

  • Platz 3

    Singapur (Vorjahr: 5.)

  • Platz 2

    Schweiz (Vorjahr: 2.)

  • Platz 1

    USA (Vorjahr: 1.)

  • Quelle

    IMD World Competitiveness Ranking 2014

Wie stark ist die chinesische Volkswirtschaft und wie abhängig ist sie von den USA?

Chinas Wachstum ist einzigartig und atemberaubend. Innerhalb von 30 Jahren wuchs das ehemalige Dritte-Welt-Land zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Das funktionierte vor allem deswegen, weil China ein schier unerschöpfliches Reservoir an billigen Arbeitskräften zur Verfügung stand, die zu geringen Löhnen erst einfache Produkte wie Kugelschreiber und später komplexere Güter wie Kühlschränke und iPhones fertigten.

Die Abnehmer waren vor allem Amerikaner, die ihren billigen Konsumrausch mit US-Dollars bezahlen. In China führte dies zu einem gewaltigen Handelsüberschuss. Diese starke Exportabhängigkeit hat mittlerweile viele Problemen im Land hervorgebracht: Überkapazitäten, massive Umweltverschmutzung, faule Kredite und eine zu einseitige Ausrichtung der Industrie.

Das soll sich ändern: China will seine auf Export ausgerichtete Wirtschaft umbauen, und stattdessen den Binnenkonsum stärken. Im Klartext bedeutet das: Niedrigeres Wachstum, aber ein höheres Haushaltseinkommen für viele Chinesen durch steigende Löhne und höhere Sparzinsen: "Besonders die Armen und die Mittelschicht werden ein größeres Stück vom Wachstum bekommen", sagt Michael Pettis, Professor für Finanzen an der Guanghua School für Management in Peking. Der Ökonom rechnet mittelfristig mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent. Diese Transformation wird auch die Abhängigkeit von den USA verringern.

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