USA prüfen Luftangriff: IS-Kämpfer setzen Vormarsch fort

USA prüfen Luftangriff: IS-Kämpfer setzen Vormarsch fort

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Ein Kampfflieger der US-Marine.

Extremisten der Miliz "Islamischer Staat" machen im Irak Jagd auf Jesiden. Zehntausende sind auf der Flucht. US-Präsident Barack Obama prüft offenbar die Möglichkeit eines Luftangriffes zum Schutz der Flüchtlinge.

Die radikalen Kämpfer des Islamischen Staats (IS) haben im Nordirak weitere Städte unter ihre Kontrolle gebracht und rückten auf die Hauptstadt des autonomen Kurdengebietes, Erbil, vor. Rund 30 Autominuten vor der Stadt waren die IS-Kämpfer an einem einst kurdischen Kontrollpunkt zu sehen. Auch die größte christliche Stadt im Nordirak, Karakosch, fiel ihnen in die Hände. Rund 200.000 Menschen befinden sich auf der Flucht vor den sunnitischen IS-Kämpfern. So auch die Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden. Zehntausende von ihnen sind nach UN-Angaben ohne ausreichend Wasser und Lebensmittel in einer Bergregion eingeschlossen. Mindestens 40 Kinder seien bereits an Dehydrierung gestorben.

US-Präsident Barack Obama prüft nach einem Bericht der "New York Times" Luftangriffe zum Schutz der Jesiden oder den Abwurf von Hilfsgütern. Frankreich forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der Lage im Irak. In Rom appellierte Papst Franziskus an die führenden Politiker der Welt, den von IS-Kämpfern bedrohten Menschen im Irak zu helfen.

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IS bedroht alle Andersgläubigen mit dem Tod

Die Kämpfer des Islamischen Staates gelten als noch extremistischer als die Al-Kaida. Für sie sind Christen ebenso wie die Schiiten und Jesiden Ungläubige. In ihrem Herrschaftsgebiet stellten die IS-Kämpfer ihnen nur die Alternative, zu konvertieren, zu fliehen oder zu sterben.

Auch im benachbarten Syrien waren die Extremisten am Donnerstag auf dem Vormarsch und eroberten in erbitterten Gefechten einen der letzten verbliebenen Stützpunkte der Regierungstruppen in der nördlichen Provinz Rakka. Menschenrechtlern zufolge wurden dabei mehr als 40 Menschen getötet. Die Gruppe Islamische Staat hat in Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen. Die Extremisten haben nach Schätzungen der Beobachterstelle für Menschenrechte bereits rund ein Drittel des syrischen Staatsgebiets unter ihre Kontrolle gebracht.

Unternehmen ziehen Mitarbeiter ab

Die früher als Isis bekannte Bewegung teilte mit, im Irak habe sie seit dem Wochenende insgesamt 15 Städte sowie den größten Staudamm des Landes bei Mossul erobert. Die Offensive werde fortgesetzt. Mit den Wassermassen des Stausees könnte sie große Städte überfluten. Außerdem würde sie von dort die Wasser- und Stromversorgung großer Teile des Landes kontrollieren. Aus kurdischen Kreisen verlautete allerdings, der Damm am Tigris sei nicht eingenommen worden.

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In Machmur unweit der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil lieferten sich die Extremisten heftige Gefechte mit der kurdischen Peschmerga-Miliz. Augenzeugen berichteten, Machmur befinde sich unter Kontrolle der IS-Kämpfer. In kurdischen Kreisen wurde dies indes zurückgewiesen. Fernsehbilder zeigten Peschmerga-Kämpfer, die in der Stadt Patrouille fuhren. In der Kurdenstadt Kirkuk wurden bei Autobombenanschlägen nahe einer schiitischen Moschee nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens elf Menschen getötet. Die Ölfirma Exxonmobil teilte mit, dass sie wegen des Vormarsches der Extremisten ihre Mitarbeiter aus dem Kurdengebiet abzieht.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad kam es ebenfalls zu Anschlägen, bei denen mehrere Menschen starben.

Angesichts der Hunderttausenden Flüchtlinge sprach ein Vertreter der Vereinten Nationen (UN) von einer "Tragödie immensen Ausmaßes". Die Menschen benötigten dringend Wasser, Nahrungsmittel, Medizin und Zelte, sagte ein Sprecher der UN-Koordinationsstelle für humanitäre Einsätze. Viele der Flüchtlinge versuchen, über die Grenze in die Türkei zu gelangen, die bereits mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien beherbergt. Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, sein Land leiste auch intensive Hilfe für den Irak. Für die in die Berge geflüchteten Jesiden seien bereits Hilfsgüter von Hubschraubern aus abgeworfen worden, sagte er im Fernsehen.

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