USA: Trump nominiert Huntsman als Botschafter in Moskau

USA: Trump nominiert Huntsman als Botschafter in Moskau

, aktualisiert 19. Juli 2017, 08:30 Uhr
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Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner war schon als Diplomat in Singapur und China.

Quelle:Handelsblatt Online

Er soll das schwierige Verhältnis zu Russland verbessern: US-Präsident Donald Trump macht einen erfahrenen Diplomaten zum neuen US-Botschafter in Moskau.

WashingtonDer erfahrene Diplomat und Geschäftsmann Jon Huntsman soll neuer US-Botschafter in Russland werden. Das gab das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) bekannt. US-Präsident Donald Trump habe den Ex-Gouverneur des Bundesstaats Utah und früheren US-Botschafter in China und Singapur für den Spitzenposten nominiert.

Huntsman zeichne sich durch eine „außerordentliche Karriere als Politiker, Diplomat und Geschäftsmann“ aus, begründete das Weiße Haus die Wahl des 57-Jährigen. Die Nominierung des als moderat geltenden Republikaners muss noch vom US-Senat gebilligt werden, an dem zuletzt Trumps Kürzungen im US-Gesundheitssystem gescheitert waren.

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Huntsman ist Vorsitzender des außenpolitischen Forschungsinstituts Atlantic Council und führt eine Krebsstiftung. Außerdem hat er Vorstandsposten bei Großunternehmen wie der Hotelkette Hilton, dem Energieriesen Chevron und dem Autobauer Ford inne.

Der ehemalige Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftsvorwahlen im Jahr 2012 war bereits zweimal als Botschafter im Ausland eingesetzt: Während der Präsidentschaft von George W. Bush war der heute 57-Jährige der Top-Diplomat in Singapur. Von 2009 bis 2011 war er der US-Botschafter in China. Sollte die Nominierung als Botschafter bestätigt werden, würde Huntsman das Amt inmitten der Ermittlungen zu mutmaßlichen Einmischungen Russlands in die US-Wahlen 2016 übernehmen.

Donald Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. In der Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Zuletzt war der Druck auf Trump nochmals gewachsen. Sein Sohn Donald Trump junior gab zu, sich 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja getroffen zu haben - in der Erwartung, belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten.

Die Beziehung zwischen Huntsman, einem Mormonen, und Trump ging im vergangenen Jahr auf und ab. Er stellte sich nur zögernd hinter Trump als Präsidentschaftskandidaten und forderte während des Vorwahlkampfes Trump zum Rücktritt auf, nachdem von Trump ein Video öffentlich wurde, in dem er sich abfällig über Frauen äußerte.

Aber auch Trump teilte bereits gegen Huntsman aus: Während dessen Amtszeit als Botschafter in Peking nannte Trump ihn 2011 und 2012 in mehreren Tweets „ein Leichtgewicht“ und „schwach“. Während der Amtsübernahme Trumps legten der US-Präsident und Huntsman ihre Meinungsunterschiede offenbar bei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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