USA: USA-Krise wäre auch für Europa gefährlich

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KommentarUSA: USA-Krise wäre auch für Europa gefährlich

von Bert Losse

2013 könnte Amerika in eine neue Rezession stürzen. Wenn die USA niesen, bekommt der Rest der Welt eine Erkältung, lautet ein altes Ökonomen-Sprichwort. Gilt das noch?

Der Wahlkampf in den USA geht in die entscheidende Runde. Zwar streiten sich Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney auch nach ihrem dritten und letzten Fernsehduell um die Außen- und Sicherheitspolitik, doch schon jetzt ist klar: Wer auch immer die Präsidentschaftswahl am 6. November gewinnt, muss sich zuerst um die Finanzen kümmern.

Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht zusammenraufen, treten zum Jahreswechsel massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft. Dieser als „Fiscal Cliff“ bezeichnete Automatismus könnte das Wachstum im ersten Halbjahr 2013 um 1,3 Prozent einbrechen lassen, warnt das Haushaltsbüro des US-Kongresses.

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Dabei sind die jüngsten Konjunkturdaten gar nicht so übel. Die Industrieproduktion ist wieder leicht gestiegen, ebenso die Zahl der Baugenehmigungen. Die Verbraucher zeigen sich kauflustiger und haben dem Einzelhandel zuletzt ein Umsatzplus von 1,1 Prozent beschwert. Doch auf der anderen Seite hat die politische und ökonomische Unsicherheit zu einem gefährlichen Investitionsattentismus der Unternehmen geführt. Seit 2009 liegt der Anteil der Investitionen am Bruttoinlandsprodukt unter dem historischen Durchschnitt.

US-Wirtschaft Hat es Barack Obama vermasselt?

Weder der amtierende Präsident noch sein Herausforderer Mitt Romney präsentieren im Wahlkampf ein Konzept, wie sich die drängendsten Probleme der amerikanischen Wirtschaft lösen lassen.

Quelle: dapd

Statt Stellen zu schaffen, neue Fabriken zu bauen oder Maschinen zu kaufen, geben viele US-Konzerne derzeit lieber Milliardensummen für den Rückkauf eigener Aktien aus, um Kurspflege zu betreiben. Gut die Hälfte der 30 Dow-Jones-Konzerne haben 2012 eigene Papiere erworben oder wollen dies noch tun.

Bei dieser Gemengelage und dem extrem kurzen Zeitfenster, in dem sich das Fiscal-Cliff-Problem noch entschärfen lässt, wachsen nun die Rezessionsängste in den USA. Was zu der Frage führt: Was würde dies für Europa und Deutschland bedeuten? Wenn die USA niesen, bekommt der Rest der Welt eine Erkältung, lautet ein altes Ökonomen-Sprichwort. Und es stimmt ja: Die USA sind immer noch die weltgrößte Volkswirtschaft. Daher verbietet es sich, die globalen Folgen einer US-Wirtschaftskrise herunterzuspielen.

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Allerdings ist auch dies richtig: Die relative ökonomische Bedeutung der Supermacht ist schleichend gesunken. Zu Beginn des Jahrtausends hatten die USA einen Anteil von rund einem Drittel an der weltweiten Wirtschaftsleistung – mittlerweile sind es wegen des ökonomischen Aufstiegs Asiens nur noch rund 23 Prozent, Tendenz weiter fallend. Das zeigt sich auch in der deutschen Exportstatistik: In den Siebzigerjahren gingen bis zu 14 Prozent der deutschen Ausfuhren in die USA. Zuletzt waren es noch sieben Prozent.

Eine Rezession in Amerika dürfte das Wachstum weltweit drücken, aber isoliert keinen Crash hervorrufen. Der droht aber sehr wohl, wenn gleichzeitig die Euro-Krise eskaliert und China weiter abrutscht.

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