Venezuela: Nach Helikopter-Attacke spricht Maduro von „Putschversuch“

Venezuela: Nach Helikopter-Attacke spricht Maduro von „Putschversuch“

, aktualisiert 28. Juni 2017, 03:59 Uhr
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Der Abwurf von zwei Granaten sei „gegen die Tyrannei gerichtet“, erklärte der mutmaßliche Pilot des Hubschraubers in einem Manifest.

Quelle:Handelsblatt Online

Zwei Granaten sind aus einem Hubschrauber auf den Obersten Gerichtshof abgeworfen worden. Dem mutmaßlichen Piloten nach sei die Attacke „gegen die Tyrannei gerichtet“. Präsident Maduro spricht von einem Putschversuch.

CaracasEin Granatenangriff in Venezuelas Hauptstadt Caracas hat Sorgen vor einem möglichen Putschversuch gegen Präsident Nicolás Maduro geschürt. Maduro sagte am Dienstagabend im Staatsfernsehen, aus einem Helikopter seien zwei Granaten auf den Obersten Gerichtshof abgeworfen worden, von denen eine nicht explodierte. In der Nähe liegt der Präsidentenpalast.

Maduro sprach von einem „terroristischen Putschversuch“. Angeblich wurde der Hubschrauber entführt und von Dissidenten zu der Attacke genutzt. „Das ist gegen die Tyrannei gerichtet“, erklärte der mutmaßliche Pilot des Hubschraubers, Oscar Pérez, in einem von Maduros Gegnern veröffentlichten Manifest.

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Wenige Stunden zuvor hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. „Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen“, sagte er unter dem Jubel von Anhängern. Mit Blick auf eine geplante Verfassungsreform, die Maduros Rolle stärken soll, betonte er: „Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen.“

Bei Unruhen und Protesten im Land mit den weltgrößten Ölreserven kamen seit Anfang April 77 Menschen ums Leben. Maduro plant für den 30. Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung - doch es gibt massive Proteste gegen den Plan. Maduro will mit der Verfassungsreform die dramatische politische und wirtschaftliche Krise bewältigen.

Durch die geplante Zusammensetzung der Versammlung mit einer Mehrheit für Sympathisanten der Sozialisten fürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur. Maduro behauptet, die Opposition arbeite mit den USA an einem Staatsstreich.

2016 brach die Wirtschaftsleistung um rund 18 Prozent ein, rund 95 Prozent der Exporteinnahmen kommen aus dem Ölverkauf, der niedrige Preis verschärft die Lage. Zudem gibt es in Venezuela die höchste Inflation der Welt - es fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente im Ausland einzukaufen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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