Venezuela: Oppositionsführer appelliert an das Militär

Venezuela: Oppositionsführer appelliert an das Militär

, aktualisiert 08. Mai 2017, 14:08 Uhr
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Der inhaftierte venezolanische Oppositionsführer hinter dem Fenster seiner Gefängniszelle (Archivfoto).

Quelle:Handelsblatt Online

Nach Tagen des Bangens gibt es für die Anhänger ein Lebenszeichen von Venezuelas inhaftiertem Oppositionsführer Leopoldo López. Und was für eins – er setzt beim Sturz von Präsident Maduro auf das Militär.

CaracasNach über einem Monat ohne Kontakt mit der Außenwelt hat sich der inhaftierte venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López mit einem Boykottaufruf an das Militär zurückgemeldet. „Ich bin drei Jahre in einem Militärgefängnis mit Soldaten und Offizieren. Ich weiß, dass heute die übergroße Mehrheit von Euch gegen die Diktatur ist“, teilte López über den Dienst Twitter mit. Er rief auch das Volk zum unermüdlichen Protest gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf: „Wer müde wird, verliert.“ Warum er plötzlich wieder mit der Außenwelt kommunizieren konnte, blieb unklar. Nach 35 Tagen durfte ihn auch seine Frau Lilian Tintori erstmals wieder besuchen.

„Leopoldo hält sich standhaft“, sagte Tintori nach dem Besuch im Militärgefängnis Ramo Verde bei Caracas. Er werde aber in Einzelhaft isoliert, ständig schikaniert und seiner Rechte beraubt. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, sein Zustand habe sich dramatisch verschlechtert.

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Seit Ausbruch der Proteste Anfang April starben bei den Protesten bereits rund 40 Menschen. Die Menschen fordern Neuwahlen und die Freilassung von politischen Gefangenen, zu denen sie in erster Linie auch López zählen. Der 46-jährige Chef der Partei Voluntad Popular („Volkswille“) verbüßt wegen angeblicher Anstachelung zu Gewalt bei regierungskritischen Protesten eine fast 14-jährige Haftstrafe - 2014 war es ebenfalls zu Toten bei Protesten gegen Maduro gekommen. Das Urteil wurde als rein politisch motiviert kritisiert. Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven, steckt in einer dramatischen Krise.

Quelle:  Handelsblatt Online
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