Verhandlungen: Vorzeitiges Ende der Waffenruhe

Verhandlungen: Vorzeitiges Ende der Waffenruhe

, aktualisiert 01. August 2014, 10:11 Uhr

Israelische Panzer haben am Freitagmorgen nach Beginn einer für drei Tage geplanten Waffenruhe im südlichen Gazastreifen das Feuer eröffnet.

Israelis und militante Palästinenser haben eine dreitägige Waffenruhe und sofortige Verhandlungen vereinbart. Die 72-stündige Feuerpause soll am Freitagmorgen um 8.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MESZ) beginnen, wie ein UN-Sprecher am Donnerstag (Ortszeit) in New York sagte. Zudem hätten beide Seiten sofortigen Verhandlungen in Ägypten um eine dauerhafte Waffenruhe zugestimmt. Wie der UN-Sprecher weiter mitteilte, sicherten Israelis und Palästinenser dem UN-Sondervermittler Robert Serry zu, sich an die „bedingungslose humanitäre Waffenruhe“ halten zu wollen. Der Zeitraum von drei Tagen könne verlängert werden. „Während dieser Zeit werden die Truppen in ihren Stellungen bleiben“, hieß es in der in New York verlesenen gemeinsamen Erklärung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry.

Die israelische Armee hatte vor mehr als drei Wochen mit einer Offensive in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen begonnen. Deren Ziel war es, den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet auf Israel zu unterbinden. Auch „Terror-Tunnel“, durch die militante Palästinenser auf israelischen Boden gelangen können, um Anschläge zu verüben oder Menschen zu entführen, sollten zerstört werden. Auf beiden Seiten zusammen starben bislang mehr als 1400 Menschen, Tausende wurden verletzt. Die Bevölkerung des Gazastreifens hatte zuletzt immer stärker gelitten.

Krisenländer von Russland bis Nordafrika

  • Libyen, Ägypten

    Libysche Warlords spalten ihr Land, und am Nil bekämpfen sich Armee und islamistische Terroristen.

  • Israel, Gaza

    Krieg zu führen ist für alle Beteiligten irrational, aber für einen Frieden ist das gegenseitige Misstrauen viel zu stark.

  • Türkei

    Falsche Freunde in der Nachbarschaft werden zur Gefahr.

  • Ukraine

    Wirtschaftliche Entwicklung ist dringend nötig - stattdessen lebt das Land im Krieg.

  • Russland

    Deutschlands wichtiger Wirtschaftspartner verliert seine Glaubwürdigkeit.

  • Afghanistan

    Die USA ziehen ab, Taliban und al-Qaida bleiben.

  • Syrien, Irak

    Zwei Staaten drohen unter dem Ansturm radikaler islamischer Terroristen endgültig zu zerbrechen.

  • Iran

    Die Atomverhandlungen stocken, die Außenpolitik bleibt aggressiv wie immer.

  • Katar

    Der superreiche Zwerg sponsert den Islamismus weltweit.

Die Waffenruhe soll den Menschen nun „eine dringend notwendige Entlastung von der Gewalt“ bringen. „Während dieser Zeit sollen Zivilisten sofort benötigte humanitäre Hilfe und die Möglichkeit bekommen, lebensnotwendige Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt die Beerdigung der Toten, die Versorgung der Verletzten und die Beschaffung von Lebensmitteln.“ Überfällige Reparaturen am Wasser- und Stromnetz sollen auch möglich sein. Kurz nach der Ankündigung der Waffenruhe wurden nach Angaben der israelischen Armee drei Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Das Abwehrsystem „Eisenkuppel“ habe eine über Zentralisrael abgefangen, hieß es.

„Wir fordern alle Seiten auf, bis zum Beginn der humanitären Waffenruhe mit äußerster Zurückhaltung zu agieren und danach ihre Verpflichtungen vollständig einzuhalten“, hieß es in der Erklärung. Delegationen von Israelis und Palästinensern würden umgehend in die ägyptische Hauptstadt Kairo reisen, um Verhandlungen unter ägyptischer Vermittlung aufzunehmen. Ziel sei eine dauerhafte Waffenruhe. „Beide Seiten werden alle Fragen auf den Tisch bringen können.“ UN und USA dankten „allen regionalen Gruppen mit Einfluss“ für ihre Unterstützung. „Wir rechnen mit weiterer Hilfe bei den internationalen Bemühungen, um so schnell wie möglich eine dauerhafte Waffenruhe zu erreichen.“

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Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos und der Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, hatten dem Weltsicherheitsrat am Donnerstagabend über die katastrophale Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen berichtet. Krähenbühl, der per Telefon aus Gaza zugeschaltet war, beschrieb das Leid plastisch und aus eigener Anschauung: „Ich sah grauenhafte Wunden in der Kinderabteilung eines Krankenhauses. Das sind die inakzeptablen Folgen eines Konflikts, der sofort gestoppt werden muss.“

Die Menschen in Gaza fühlen sich nach den Worten von Krähenbühl verlassen. „220.000 Menschen sind unter unserem Schutz, und es werden jeden Tag mehr. Es sind jetzt schon viermal so viel wie während der Kämpfe 2008 und 2009.“ Er bestätigte, dass in drei leerstehenden UNRWA-Einrichtungen Raketen gefunden worden seien. „Wir verurteilen das und haben sofort alle Seiten informiert. Wir dulden keinerlei Waffen in unseren Einrichtungen.“

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