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Vermögensverwalter Marc Faber: "Der Dollar wird auf Null fallen"

von Ingo Narat; Quelle: Handelsblatt Online

Der Geldverwalter Marc Faber gilt als Ultra-Pessimist und Zyniker. In seiner Weltsicht werden Anleihen wertlos verfallen und Währungen ins Nichts kollabieren. Im Interview warnt er vor den Folgen der Schuldenkrise.

Marc Faber Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Marc Faber Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Herr Faber, das Staatsschuldenproblem wird immer drückender. Kommen wir noch einmal heraus aus dem Schlamassel?

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Die Notenbanken mit den USA an der Spitze versuchen es mit dem Aufkauf von Staatsanleihen, sie drucken also Geld, um das Wirtschaftssystem in Schwung zu bringen. Die Europäische Zentralbank wird der amerikanischen Notenbank folgen. Langfristig wird die EZB der Politik von Robert Mugabe in Simbabwe folgen, der sein Land mit Hyperinflation in den Ruin geführt hat. Das Endspiel kommt in ein paar Jahren: den Schuldenzusammenbruch. Ich erwarte dann eine massive Finanzreform, bei der die Verbindlichkeiten zu einem großen Teil oder vielleicht auch ganz abgeschrieben werden. Grundsätzlich ist das System einfach pleite.

Und die Währungen?

Der Dollar wird auf Null fallen. Man erkennt schon einen internationalen Abwertungs-Wettlauf der Währungen, weil jeder seine Wirtschaft ankurbeln will. Sieger ist, wer am schnellsten bei Null ist. Die Amerikaner haben gute Chancen zu gewinnen.

Ihr Urteil über Obama und Bernanke?

Das sind Akademiker und Clowns. Bernhard Marcus, immerhin Gründer von Home Depot, einem US-Baukonzern mit mehreren Hunderttausend Beschäftigten, hat Obama gerade vorgeworfen, er sei ein Dilettant und habe keine Ahnung vom wirklichen Leben. Der Präsident hat keine Ahnung, wie schlecht es den Menschen wirklich geht. Obama und Bernanke entwickeln in ihren akademischen Elfenbeintürmen absurde Theorien über eine Wirtschaft, die man wie ein Auto steuert. Das kann man aber nicht.

Woran wollen Sie das erkennen?

Jeder Eingriff in die Wirtschaft hat unabsehbare Folgen. Politiker und Notenbanker haben mit einer Niedrigzinspolitik und Ausgabenprogrammen die Kreditblase und die Immobilienblase erst geschaffen. Das hat außerdem den Rohstoffunternehmen und den Schwellenländern wie China bei ihrem Wachstum immens geholfen. Die ultra-lockere US-Geldpolitik war erfolgreich, aber nicht in den USA, sondern in Schwellenländern. Im Inland dagegen haben die niedrigen Zinsen mit der Schaffung der Rohstoffblase die US-Ölausgaben wegen der steigenden Ölpreise allein im Jahr um 500 Milliarden Dollar erhöht. Das war wie eine Zusatzsteuer und ein Beispiel für eine solche unabsehbare Konsequenz.

Der Euro steigt wieder. Ist das ein Hoffnungssignal für die Eurozone?

Der etwas höhere Euro spiegelt eher die Dollarschwäche wider. Darauf gebe ich nicht viel. Die Launen unter den Anlegern schwanken gewaltig. Vor zwei Monaten waren sie noch positiv für den Dollar. Die Euro-Dollar-Parität wurde angepeilt. Jetzt hat die Stimmung wieder gedreht. Die Märkte spielen mit der expansiven Kreditpolitik der Notenbanken im Rücken das Inflationsszenario. Deswegen fällt die internationale Reservewährung Dollar, steigen Aktien, steigen Rohstoffe, steigt das Gold.

Werden diese Trends anhalten?

Kurzfristig vielleicht nicht. Es könnte eine Korrektur geben, in der der Euro, das Gold, die Industriemetalle und auch die Aktien fallen. Im EU-Raum würde ich zwar auch keine Risikoanleihe anfassen. Aber vielleicht macht ein Trader hier mit kurzfristigem Ein- und Ausstieg über mehrere Monate einen Gewinn.

Wie ist die Lage in den USA?

Gut ist sie nicht. Mit der Null-Zins-Politik wurde die Lage ab 2008 stabilisiert. Und manche Branchen geht es durchaus besser, etwa der Landwirtschaft und der Bergbauindustrie. Aber die Privaten haben Vermögen verloren und ihre Lebenskosten steigen. Die amerikanische Wirtschaft ist extrem abhängig vom Konsum.

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60 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.10.2010, 13:53 UhrAnonymer Benutzer: pixomat

    Wer sagt, denn das Leute, die auf Gold setzen, nicht auch Gasflaschen, Lebensmittel, Kerzen usw. bevorraten ?

  • 11.10.2010, 13:45 UhrAnonymer Benutzer: zzzzzzzzz

    Was wenn eine Währungskrise kommt, und es Wochenlang Generalstreik gibt ? Weil einige Leute wütend sind, weil ihr erspartes kaputt ist ? Wir leben in einer hochtechnisierten Welt, was wenn plötzlich die U-bahnen nicht mehr fahren,weil die belegschaft streikt und die Versorgungswege nicht mehr funktionieren ? Wie kommt denn all das Essen in den Aldi und Lidl ? Was glaubt ihr wieviel essen eine Millionenstadt wie berlin braucht ?

    in den 30er Jahren und nach dem Krieg, war alles noch bäuerlich !
    Das ist ein Riesenunterschied. Heute brauchst du für jede Sache einen Spezialisten - doch was wenn Chaos im täglichen Leben herrscht, wegen Währungsreform ?

    Deswegen ist es gut ein paar büchse im Keller zu haben, und ein paar Gasflaschen !

  • 10.10.2010, 17:23 UhrAnonymer Benutzer: es gibt auch andere Gesichtspunkte

    Alle fragen sich hier letztlich: Wie kann ich meine geleistete Arbeit (meinen Verdienst) sicher speichern und in die Zukunft hinüber retten? Mit Gold sagen die einen, mit Papier sagen die anderen.

    Eines wird hier aber gar nicht erwähnt. Wenn es um die rein finanzielle Frage geht, wieviel Vermögen man in 25 Jahren haben wird, sind andere Faktoren bei weitem wichtiger, u.a. 1) exzellente Ausbildung und Weiterbildung/beruf, 2) die richtige Frau, 3) Kinder und deren Ausbildung, 4) Gesundheit und ein klarer Kopf. Alle genannten Gesichtspunkte stellen sich bei Falschdimensionierung als unendlich viel kostspieliger heraus als eine Falschdimensionierung bei der Frage, ob in Gold oder in Papier investiert wurde. Diese Frage beantwortet man im Zweifelsfall, indem gemischt wird. bei der Frau kann man dagegen nicht mischen, denn das wird dann viel teurer als alles andere.

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