Versorgungslücke droht: Rohstoffe: Die neue Krise

Versorgungslücke droht: Rohstoffe: Die neue Krise

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Mann in einer chinesischen Mine für Seltene Erden

von Hans Jakob Ginsburg

Die deutsche Industrie warnt vor einer dramatischen Lücke bei der Versorgung mit Rohstoffen. Es geht vor allem um Bodenschätze, ohne die Hightech-Produktion kaum noch möglich ist. Die Exportländer, allen voran China, sorgen dafür, dass ihre Bodenschätze immer knapper und teurer werden.

In der Bergbaustadt Bayan-Obo in der chinesischen Provinz Inneren Mongolei, nicht weit vom westlichen Ende der Chinesischen Mauer, werden so genannte Seltene Erden gefördert: Neodym, Scandium, Gadolinium, Lanthan – Metalle, die in kleinen Mengen und meistens nebeneinander oder nahe beeinander in Erzen und komplizierten chemischen Verbindungen natürlich vorkommen. 45 Provinz der Weltproduktion und geschätzte 70 Prozent der heutzutage wirtschaftlich nutzbaren Vorkommen sind um Bayan-Obo konzentriert. Insgesamt kommt 95 Prozent der Weltproduktion aus der Volksrepublik China.

Wenn es beim Öl, beim Erdgas oder beim Stahl solch eine Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten gäbe, hätte das unvorstellbare Folgen für uns alle: ein unverzichtbarer Grundstoff der Weltwirtschaft in der Hand eines einzigen, nicht besonders vertrauenswürdigen Monopolisten!  Bei den Seltenen Erden war das dagegen nicht wichtig, solange sie für die meisten Menschen nichts waren als eine vage Erinnerung an irgend etwas im schulischen Chemieunterricht.

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Wovon keine Rede mehr sein kann: Von 1997 bis 2007 hat sich die Weltfrage nach Seltenen Erden verzwanzigfacht, und  der Trend geht weiter. Je kleiner und je leistungsfähiger die Erzeugnisse der Hochtechnologie werden, desto mehr brauchen ihre Produzenten die seltenen und seltsamen Materialien aus China:

Scandium zum Beispiel, außer in China auch in Russland gefördert, findet sich in magnetischen Datenspeichern und befindet sich in fast allen modernen Hochleistungs-Beleuchtungsanlagen;Neodym, eingesetzt bei der Herstellung starker Magnete und in der Medizintechnik, kommt zu 97 Prozent aus China;Gadolinium verbessert die Qualität medizinischer MRT-Geräte und die Qualität von CDs;Lanthan ist für die moderne Metallverarbeitung und für effiziente Erdölraffinerien unverzichtbar.

120 000 Tonnen Seltene Erden produzierte China im vergangenen Jahr. Davon gingen nur 50 000 Tonnen in den Export. An der Produktionsmenge dürfte sich in diesem Jahr trotz des Aufschwungs der Weltwirtschaft wenig ändern, wohl aber an der Exportmenge: Die geht nach unten und wird sich für das Gesamtjahr 2010 nach Schätzungen auf 30 000 Tonnen reduzieren. Den Rest verbraucht die gigantisch wachsende chinesische Industrie selbst – oder er wird gehortet, um die Preise hoch zu treiben.

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