Versprochene Steuerentlastungen: US-Unternehmen müssen sich gedulden

Versprochene Steuerentlastungen: US-Unternehmen müssen sich gedulden

, aktualisiert 08. November 2017, 22:53 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die geplante Steuerreform in den USA könnte sich verzögern. Gründe sind unter anderem die Uneinigkeit zwischen den Republikanern und der Widerstand der Demokraten. An der Wall Street wachsen die Sorgen.

WashingtonDie von US-Präsident Donald Trump angekündigte und von den Märkten mit Vorfreude aufgenommenen Steuersenkungen für Unternehmen scheinen in größere Ferne zu rücken. Die Republikaner könnten sich eine spätere Senkung der Unternehmenssteuern vorstellen als bisher geplant, sagte der Präsident des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, am Mittwoch dem Sender „Fox News“. Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, die Republikaner im Senat zögen einen späteren Termin für die Steuerreform in Betracht. An der Wall Street sorgte dies für Verunsicherung.

Ryan sagte, die bisherigen Pläne des Repräsentantenhauses gingen zwar von einer sofortigen Reduzierung der Steuern aus. Man müsse sich aber mit dem Senat auf eine gemeinsame Position einigen. Dies sei ein langer Prozess.

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Sowohl die Republikaner im Senat als auch die im Repräsentantenhaus arbeiten separate Versionen für die geplante Steuerreform aus, die zu den wichtigsten Wahlversprechen von Präsident Donald Trump gehört. Danach sollen die Differenzen in einem Ausschuss beider Parlamentskammern ausgeglichen werden.

Nach Informationen der „Washington Post“ erwägen die Republikaner im Senat eine Verschiebung der Steuersenkung, um zu verhindern, dass sie den Haushalt über Gebühr belastet. Nach Berechnungen des überparteilichen Haushaltsbüros des Kongresses würde das von den Republikanern im Repräsentantenhaus diskutierte Steuergesetz das Haushaltsdefizit des Bundes um 1,7 Billionen Dollar in den kommenden zehn Jahren erhöhen. Die Demokraten lehnen diese Steuerpläne ab und kritisieren sie als Geschenk an die Unternehmen und Reichen.

An der Börse trübte sich die Stimmung angesichts dieser Debatte ein. „Investoren wird klar, dass die Pläne nur vorläufig sind und gehen nicht davon aus, dass sie im Kongress durchgehen“, sagte Brad McMillan, Chef-Investmentstratege bei Commonwealth Financial. Bislang sei der Markt von guten Nachrichten angeschoben worden, darunter die Bilanzen der Unternehmen. „Jetzt setzen sich einige der Sorgen durch.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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