Virus-Gefahr: Schweinegrippe beutelt Reisebranche

Virus-Gefahr: Schweinegrippe beutelt Reisebranche

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Am Flughafen in der kubanischen Hauptstadt Havana kontrolliert eine Mitarbeiterin mit einer Schutzmaske die Ausweise von Flugpassagieren nach Mexiko.

Die Schweinegrippe ist weltweit auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland gibt es drei neue Verdachtsfälle. Die Pharmabranche bringt sich in Stellung, doch viele andere Unternehmen leide unter der Krise.

Die aus Mexiko stammende Schweinegrippe breitet sich weltweit weiter aus. Neue Infektionen bei Menschen wurden aus Neuseeland und Israel gemeldet. In Deutschland gab es drei weitere Verdachtsfälle.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöhte ihre Warnstufe und begründete dies mit der gestiegenen Gefahr einer Pandemie.

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Pharmaunternehmen begannen unterdessen mit den Vorbereitungen für die Produktion eines Impfstoffs. Die Märkte reagierten weltweit wegen der Sorgen vor einer Epidemie den zweiten Tag infolge mit Kurseinbrüchen.

Die neuseeländische Regierung teilte mit, von einer aus Mexiko zurückgekehrten Schülergruppe seien drei von elf Schülern positiv getestet worden, auch bei den übrigen würden entsprechende Befunde erwartet. Auch das israelische Grippeopfer war unlängst zu Besuch in dem lateinamerikanischen Land.

Außerhalb von Mexiko, wo bislang 149 Menschen der Krankheit erlagen, forderte die Schweinegrippe bislang keine Todesopfer.

Verdachtsfälle in Bayern und im Sauerland

In Mexiko sind weitere rund 200 Personen erkrankt, mehr als 50 in den USA, sechs in Kanada sowie je zwei in Spanien und Schottland.

Verdachtsfälle wurden unter anderem aus Südkorea, Australien und Österreich gemeldet. Warum die Krankheit in Mexiko heftiger verläuft als in anderen Teilen der Erde gab den Wissenschaftlern weiter Rätsel auf.

Die von der WHO ausgerufene Phase 4 auf einer Skala von 1 bis 6 sieht verschärfte Vorsorgemaßnahmen vor. Die Organisation empfahl den Mitgliedsstaaten aber weder die Schließung von Grenzen noch Einschränkungen für den Reiseverkehr. Die EU-Kommission plant nach eigenen Angaben keine Handelsbeschränkungen mit Mexiko.

Von den drei neuen deutschen Verdachtsfällen stammen zwei aus Bayern und eine weitere Person aus dem Hochsauerlandkreis.

Zwei der Patienten gehe es gesundheitlich "recht gut", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker.

Sein Institut kläre zurzeit ab, an welchen Erregern die Personen genau erkrankt seien. Bei einer Person wurde nach Angaben von Gesundheits-Staatssekretär Klaus Theo Schröder allerdings das Influenza-A-Virus festgestellt, zu denen auch das Schweinegrippe-Virus H1N1 gehört.

Mit endgültigen Ergebnissen wurde spätestens übermorgen gerechnet.

Experten befürchten globale Ausbreitung der Schweinegrippe

Der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder sagte, in Bayern habe es bislang insgesamt fünf Verdachtsfälle gegeben, drei davon seien aber bereits widerlegt. Auch Verdachtsfälle aus dem westfälischen Bielefeld vom Vortag bestätigten sich nicht.

Hacker bekräftigte, das aus Mexiko stammende Virus habe das Potenzial für eine Pandemie, bislang sei das Geschehen aber auf lokale Cluster begrenzt. „Wir hoffen weiterhin, dass es nicht zu einer globalen Ausbreitung kommt, können das aber im Moment nicht ausschließen.“ Als Maßnahme gegen eine Ansteckung riet der Wissenschaftler zu häufigem Händewaschen. Außerdem sollte gegenseitiges Anhusten und Anniesen vermieden werden.

Als positiv wertete er, dass die Betroffenen offenbar auf gängige Grippemittel wie Tamiflu ansprängen. Gleichwohl handele es sich um eine „schwierige, Besorgnis erregende Situation“.

Schröder sagte, angesichts von derzeit 9000 Mexiko-Urlaubern sei nicht auszuschließen, dass die Grippe auch nach Deutschland gelange.

Dann handele es sich aber immer noch um beherrschbare Einzelfälle und „kein pandemisches Geschehen“. Deutschland sei auf eine Ausbreitung der Krankheit gut vorbereitet und verfüge über Verträge mit zwei Impfstoffherstellern. Damit gehöre es ganz klar zu den „privilegierten Regionen“.

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