Visum beantragt: Chodorkowski zieht vorerst in die Schweiz

Visum beantragt: Chodorkowski zieht vorerst in die Schweiz

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Der ehemalige russische Michail Chodorkowski hat ein Visum für die Schweiz beantragt

Der ehemalige russische Ölmagnat Michail Chodorkowski hat ein Visum für die Schweiz beantragt. Das teilte ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums am Dienstag mit.

Der vergangene Woche vom russischen Präsidenten Putin begnadigte ehemalige russische Ölmagnat Michail Chodorkowski hat ein Visum für die Schweiz beantragt. Das teilte ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums am Dienstag mit. Der 50-Jährige stellte den Antrag demnach in der Schweizer Botschaft in Berlin.

Chodorkowski war unmittelbar nach seiner Freilassung aus zehnjähriger Haft in Russland am vergangenen Freitag nach Deutschland gereist, wo er bereits ein Ein-Jahres-Visum erhalten hat.

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Chronologie des Falls Michail Chodorkowski

  • 25. Oktober 2003

    Michail Chodorkowski, der Chef des Yukos-Ölkonzerns, wird spektakulär bei einer Zwischenlandung seines Privatjets in Nowosibirsk festgenommen. Die Justiz wirft dem Multimilliardär Betrug und Steuerhinterziehung vor. Sein Geschäftspartner Platon Lebedew war bereits im Juli verhaftet worden.

  • 16. Juni 2004

    In Moskau beginnt der erste Prozess gegen Chodorkowski und Lebedew. Die Verteidigung wirft dem Kreml vor, er steuere das Verfahren, weil der Yukos-Chef in Opposition zu Präsident Wladimir Putin gegangen sei.

  • 16. Mai 2005

    Chodorkowski und Lebedew werden unter anderem wegen schweren Betrugs und Bildung einer kriminellen Vereinigung zu je neun Jahren Straflager verurteilt. Ein Berufungsgericht reduziert die Strafe im September 2005 auf je acht Jahre.

  • 18. November 2005

    In Washington verabschiedet der US-Senat unter anderem mit der Stimme des heutigen US-Präsidenten Barack Obama eine Erklärung, in der er den Prozess gegen Chodorkowski und Lebedew als politisch motiviert kritisiert.

  • 15. November 2007

    Der Yukos-Konzern wird nach seiner Zerschlagung und dem Verkauf der Teile aus Russlands Handelsregister gelöscht.

  • 8. März 2008

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich bei einem Treffen mit Putin in Moskau für Chodorkowskis Begnadigung aus. Auch andere deutsche Politiker forderten Russland wiederholt zum rechtsstaatlichen Umgang mit den beiden Unternehmern auf.

  • 31. März 2009

    In Moskau beginnt der zweite Prozess gegen Chodorkowski und Lebedew. Die Verteidigung nennt die Vorwürfe der Unterschlagung von 218 Millionen Tonnen Erdöl „absurd und unlogisch“.

  • 4. März 2010

    Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) fordern ehemalige Yukos-Eigentümer von Russland 98 Milliarden Dollar Schadensersatz. Sie werfen Moskau unrechtmäßige Zwangsenteignung vor zur eigenen Bereicherung.

  • 30. Dezember 2010

    Ein Gericht verurteilt Chodorkowski und Lebedew unter Einbeziehung der ersten Strafe zu insgesamt jeweils 14 Jahren Haft. Es folgen Strafnachlässe. Chodorkowski soll nach 10 Jahren und 10 Monaten im August 2014 freikommen, Lebedew schon im Mai.

  • 31. Mai 2011

    Der EGMR lehnt Chodorkowskis Klage ab, wonach das erste Verfahren gegen ihn politisch motiviert gewesen sei. Am 25. Juli 2013 bestätigen die Richter das, halten das russische Vorgehen gegen Chodorkowski aber für ungerecht. Weitere Klagen sind anhängig.

  • 1126. September 2013

    Die Lech-Walesa-Stiftung in Warschau zeichnet Chodorkowskis mit dem Freiheitspreis aus. Er ist mit 100.000 US-Dollar (knapp 73.000 Euro) dotiert.

  • 25. Oktober 2013

    Zum zehnten Jahrestag seiner Inhaftierung fordern Menschenrechtler Chodorkowskis Freilassung.

  • 6. Dezember 2013

    Russlands Justiz bestätigt erstmals, dass wegen Geldwäsche ein weiteres Verfahren gegen den Kremlgegner geplant ist.

  • 19./20.Dezember 2013

    Putin kündigt die Begnadigung von Chodorkowski an. Nur einen Tag später unterzeichnet er ein Dekret zur Begnadigung des mittlerweile 50-Jährigen. Chodorkowski kommt mit sofortiger Wirkung auf freien Fuß.

Sein Sprecher Christian Hanne betonte, dass der Antrag für das Schweizer Drei-Monats-Visum auch kein Zeichen sei, dass sich Chodorkowski dort niederlassen wolle. Er wolle Anfang des Jahres in die Schweiz reisen, weil seine Söhne dort zur Schule gehen, sagte Hanne. "Es gibt noch keine Entscheidung über einen permanenten Wohnsitz."

weitere Artikel

Als Chef des Ölkonzerns Jukos hatte Chodorkowski früher auch enge geschäftliche Verbindungen in die Schweiz. Als ihm der Prozess wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche gemacht wurde, wollten die russischen Behörden rund fünf Milliarden Dollar beschlagnahmen, die in der Schweiz deponiert waren. Aber die Schweizer Behörden gaben das Geld nicht weiter, weil sie das Verfahren gegen Chodorkowski als politisch motiviert einstuften. Es ist unklar, wie viel von dem Geld Chodorkowski persönlich gehört und ob er schon Zugang dazu hat.

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