Von der Finanzkrise zum Staatsbankrott: Welches EU-Land muss als nächstes gerettet werden?

Von der Finanzkrise zum Staatsbankrott: Welches EU-Land muss als nächstes gerettet werden?

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Protest vor dem bulgarischen Parlament in Sofia

Ungarn, Lettland und nun also Rumänien. Die drei Beispiele aus der Europäischen Union zeigen, wie schnell die Wirtschaftskrise Staaten an den Rande des Abgrunds treiben kann. In allen Fällen hat nur eine Nothilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Staatsbankrott verhindert.

Wie Ungarn wird auch Rumänien ein Hilfspaket über 20 Milliarden Euro bekommen, 13 Milliarden davon kommen vom IWF. Das Geld wird in einem Zeitraum von drei Jahren fließen. Dass die internationalen Devisenmärkte positiv auf das Paket reagierten, wurde in Brüssel mit Erleichterung aufgenommen.

Richtig durchatmen mag in Brüssel allerdings niemand, denn die Gefahr ist nicht gebannt. „Wir müssen mit noch mehr Krisen und Bedarf an Finanzhilfen bei Mitgliedern rechnen, die nicht zur Eurozone gehören“, hatte EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Joaquín Almunia am Wochenende gewarnt. Kurz zuvor beim EU-Gipfel in Brüssel hatten die versammelten Staats- und Regierungschefs den Topf für Leistungsbilanzfazilitäten für Nicht-Euro-Staaten von 25 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro verdoppelt.

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Offiziell versucht man die Gefahr herunterzuspielen. Der Notfonds wurde auf lange Sicht verdoppelt, weil das Europaparlament bald in den Wahlkampf geht und gar nicht mehr in der Lage gewesen wäre zuzustimmen. Der Beschluss sollte auf keinen Fall als Beleg dafür dienen, dass EU-Mitgliedsstaaten als unmittelbar gefährdet gelten.

Bulgarien, Estland und Litauen als weitere Rettungskandidaten

Aber es ist gut möglich, dass zu den drei Empfängerländern Lettland, Ungarn und Rumänien noch weitere hinzukommen. Sogar Bundespräsident Horst Köhler, früher IWF-Chef und als solcher mit prekären Staatsfinanzen bestens vertraut, soll kürzlich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Vieraugengespräch vor drohenden Gefahren gewarnt haben.

An den Märkten kursieren vor allem drei Namen, wenn es um weitere drohende Staatspleiten geht: Bulgarien, Estland und Litauen gelten als gefährdet. Mit Sorge beobachten die Volkswirte der EU-Kommission vor allem die Leistungsbilanzdefizite der drei Staaten.

Estlands Leistungsbilanzdefizit wird sich in diesem Jahr – wegen der nachgebenden Importe - den Kommissionsprognosen zufolge von 10,1 Prozent relativ zum Bruttoinlandsprodukt auf fast 5,7 Prozent halbieren. Aber im internationalen Vergleich ist das immer noch ein hoher Wert. Auch bei Litauen verringert sich das Leistungsbilanzdefizit von 12,6 Prozent im vergangenen Jahr auf voraussichtlich 7,0 Prozent in diesem Jahr. Keine wirklich gute Nachricht.

Absolut verheerende Zahlen weist Bulgarien auf. Das Leistungsbilanzdefizit verringert sich von 24,7 Prozent 2008 voraussichtlich auf 20,8 Prozent. Das deutet darauf hin, dass der kürzlich vergrößerte Nothilfentopf bald wieder angezapft werden muss.

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