Vor Beginn der Spiele: Olympisches Dorf: Pekinger reißen sich um die Wohnungen

Vor Beginn der Spiele: Olympisches Dorf: Pekinger reißen sich um die Wohnungen

Breite, gepflasterte Wege durchziehen das Olympische Dorf im Norden Pekings. Rechts und links wachsen Blumen und sattes Gras. Die ganze Anlage, direkt in der Nachbarschaft der Sportstätten wirkt schick und aufgeräumt. Karaoke-Bars gibt es, ein Internet-Café, Andachtsräume für alle Religionen, und wer von den Sportlern oder Offiziellen will, kann sogar einen Chinesisch-Sprachkurs belegen oder sich eine traditionelle Teezeremonie vorführen lassen.

Internetseiten von Pro-Tibet-Gruppen sind natürlich auch im Olympischen Dorf zensiert. Dafür gibt es in der Buchhandlung aber Magazine mit nackten Chinesinnen, berichtet mir ein Besucher. Das ist doch schon etwas.

42 dunkelgraue Wohnblocks mit sechs bis neun Etagen stehen auf dem 66 Hektar große Areal. Etwa 16.000 Athleten, Trainer und Betreuer werden hier in den kommenden zwei Wochen wohnen. Darunter sind mehr als 700 Deutsche. Und die sind voll des Lobes. Michael Vesper, Direktor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), dankt den Organisatoren „für das hervorragende Dorf“. Sein Vize und Direktor für Leistungssport, Bernhard Schwank, sekundiert: „Wir fühlen uns im Dorf sehr wohl.“ Und Basketball-Legende Dirk Nowitzki, der am Freitag für die deutsche Mannschaft die Flagge ins Pekinger Nationalstadion tragen wird, schätzt vor allem die für 5000 Besucher ausgelegte Mensa. „Abends sitze ich da manchmal zwei Stunden und plaudere mit anderen Athleten“, sagt Nowitzki. Nur das Bett in seiner Wohnung im Dorf, findet er, sei ein wenig zu kurz. „Das könnte zehn Zentimeter länger sein.“

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Aber nicht nur die Athleten und Offiziellen schwärmen vom Olympischen Dorf, auch Pekings Normalbürger sind begeistert. Sie reißen sich um die Wohungen, die nach Ende der Spiele verkauft werden sollen. Nicht ohne Grund: Die Apartments sind 170 Quadratmeter groß und top ausgestattet. Klimaanlagen, Kühlschränke und Waschmaschinen hat der chinesische Hausgerätehersteller und Olympiasponsor Haier geliefert. Alles in gleichem Design, alles supermodern, wie mir ein Haier-Entwickler versichert. Dafür greifen die Käufer tief in die Tasche. Um bis zu 50 Prozent teurer als vergleichbare Wohnungen in Peking sind die Olympiaapartments.

Ganz verstehen kann ich die Begeisterung nicht. Die Wohnanlage liegt außerhalb des vierten Autobahnrings und damit bei den in Peking üblichen Staus durchaus eine Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Um das Olympische Dorf herum gibt es außer den Sportstätten und einem Sieben-Sterne-Hotel nicht sehr viel. Kneipen, Theater, Restaurants und Kinos liegen alle in der Innenstadt. Aber wahrscheinlich ist es bei den Chinesen auch das Gefühl, in einer Wohnung zu leben, in der schon mal Leichtathletik-Star und Goldmedaillen-Kandidat Liu Xiang oder die chinesische Basketball-Legende Yao Ming geschlafen hat.

Der deutsche Basketballer Nowitzki freut sich indes über das gute Essen in der Kantine des Olympischen Dorfs. Morgens, mittags und abends, erzählt der Sportler, sei er Gast in der Mensa. 100 ausländsiche und 2300 chinesische Köche kümmern sich dort um das leibliche Wohl der Athleten und Betreuer. „Es gibt internationale Küche und asiatische“, sagt Nowitzki, „ich habe alles schon ausprobiert.“ Für die Sportler ist wohl auch angeraten im Olympischen Dorf statt in den Pekinger Restaurants zu essen. Das Fleisch in normalen Restaurants sei so stark mit Anabolika versetzt, sagte neulich ein Vertreter des Pekinger Organisationskomitees für die Olympischen Spiele, „da besteht die Möglichkeit, dass die Athleten eventuelle Dopingtests nicht bestehen.“

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