
Solche Zustimmungswerte haben sonst nur Diktatoren: 93 Prozent der Republikaner mormonischen Glaubens wollten laut Umfrage bei den Vorwahlen im US-Bundesstaat Nevada für ihren Glaubensbruder Mitt Romney stimmen.
Zwar ist nur jeder vierte Wahlberechtigte des flächenmäßig siebtgrößten Bundeslandes der USA Mitglied der Tempel-Gemeinde, doch am Erfolg des Ex-Gouverneurs von Massachusetts änderte das nichts: Mitt Romney feierte in Nevada wie erwartet einen Kantersieg.
Deutlicher Ausgang
Nach ersten Auszählungen holte er 43 Prozent der Stimmen, der Zweitplatzierte, Newt Gingrich, bekam gerade einmal 26 Prozent der Stimmen. Bestätigt sich das Ergebnis, ist es der deutlichste Erfolg der bisherigen fünf Vorwahlen. Doch der dritte Sieg Romneys in der fünften Vorwahl könnte für den Mormonen gefährlich werden.
Bild: ReutersMitt Romney
Als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist er aktuell in aller Munde. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts mischte bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2008 als aussichtsreicher Kandidat mit. Er gilt als gemäßigter Republikaner, hat allerdings seine Meinung zu bestimmten Themen in der Vergangenheit geändert. So spricht er sich heute beispielweise gegen Abtreibung aus. Im Vorwahlkampf in Iowa erklärte Romney, die USA müssten wieder zu einem Jerusalem der Welt werden, gleich einem leuchtenden Zionsberg.
Bild: dpaStephenie Meyer - Die Jugendbuchautorin Stephenie Meyer erlangte Bekanntheit durch ihre Vampirroman-Serie "Bis(s) zum Morgengrauen", die ebenfalls mehrteilig verfilmt wurde. Sie ist Mitglied der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" und studierte an der konfessionellen Brigham Young University in Utah. Meyer war des Öfteren Zielscheibe der Kritik, die ihr den Vorwurf entgegenbrachte in ihren Romanen einen reaktionäre Weltsicht zu vertreten. Ein zentraler Ansatzpunkt der Kritik ist dabei der in ihren Werken thematisierte Verzicht auf vorehelichen Sex.
Bild: ReutersJon Huntsman jr.
Im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf war er als Kandidat der Republikaner nominiert. Der Sohn eines Öl-Milliardärs aus Salt Lake City hat eine steile Karriere hinter sich. Von 2005 bis 2009 war Jon Huntsman jr. Gouverneur des US-Bundesstaats Utah, bis 2011 US-Botschafter in China. Asienkenntnisse hatte er schon von früher. In Taiwan war er zwei Jahre als Missionar unterwegs. Sein Großvater mütterlicherseits, David B. Haight wird von den Mormonen als Apostel verehrt.
Bild: PresseBrandon Flowers
Der Sänger und Frontmann der Indie-Rock-Band „The Killers“ wurde in der Nähe von Las Vegas geboren. Als Flowers ein kleiner Junge war, trat sein Vater der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ bei. Die Familie zog in das Mormonen-Dorf Nephi in Utah um. Flowers brach das College ab und gründete seine Band, mit der er ab 2003 nach Veröffentlichung des ersten Albums großen Erfolg hatte. Im Januar 2010 gaben „The Killers“ bekannt, einige Zeit pausieren zu wollen. Im September 2010 veröffentlichte Flowers ein Soloalbum.
Bild: PresseJohn Williard "Bill" Marriott jr.
Bill Marriott ist Chef der amerikanischen Hotelkette “Marriott International“. Die aus Utah stammenden Marriotts gehören zu den bekanntesten Mormonen-Familien weltweit – und aufmerksame Hotelgäste bemerken das. Im Nachttisch jedes Hotelzimmers finden sie neben der Bibel auch das Buch Mormon. Und das erklärt möglicherweise auch, dass „Marriott International“ 2006 als eine der ersten Hotelketten ein generelles Rauchverbot einführte. Streng gläubige Mormonen sind jeder Art von Genussgiften abhold.
Bild: dapdShawn Bradley
Der ehemalige Basketballspieler mit deutscher Staatsangehörigkeit spielte in der NBA zusammen mit Dirk Nowitzki für die Dallas Mavericks. Geboren wurde er im pfälzischen Landstuhl wo sein Vater als US-Soldat stationiert war. Der 2,29-Riese ist tief religiöser Mormone. Mit 19 Jahren ging er als Missionar nach Australien. Seine Basketball-Karriere beendete er 2005 aufgrund gesundheitlicher Probleme. Heute leitet Bradley eine Hühnerfarm in Utah. Der Vater von sechs Kindern fällt immer wieder durch großzügige Spenden für wohltätige Zwecke auf.

Steve Young
Steve Young ist einer der legendären American-Football-Spieler. Als Quarterback bei den „San Francisco 94ers“ brachte er es zu großem Ruhm in der National Football League (NFL). Seine Karriere begann in der College-Football-Mannschaft der „Brigham Young University“ in Utah, die nach seinem Alturgroßvater Brigham Young, dem zweiten Präsidenten und Propheten der Mormonen und erstem Gouverneur des Utah-Territoriums. Bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City trug Steve Young das britische Länderschild in die Arena.
Bild: dapdKatherine Heigl
Die amerikanische Schauspielerin mit deutsch-irischen Wurzeln ist vor allem durch die Fernsehserie „Grey’s Anatomy“ bekannt geworden, in der sie die Rolle der Assistenzärztin Izzie Stevens spielte. Danach hatte sie auch als Filmschauspielerin in Blockbustern wie „Beim ersten Mal“ Erfolg. Laut „Vanity Fair“ gehört sie zu den best bezahlten Schauspielerinnen Hollywoods. Bereits mit neuen Jahren warb sie als Kindermodel für Haarpflegeprodukte. Sie kommt aus einer Mormonen-Familie und wurde streng gläubig erzogen. Laut „Gala“ durfte sie sich bis zu ihrem 16. Lebensjahr nicht mit Jungen treffen.
Bild: 20th Century FoxAaron Eckhardt
Für seine Rolle als Tabak-Lobbyist in „Thank You for Smoking“ wurde der amerikanische Schauspieler für den Golden-Globe-Award nominiert. Aaron Eckhardt wurde als Sohn eines IT-Experten und einer Schrifstellerin in Kaliforinen geboren. Die Eltern, selbst Mormonen, erzogen ihn nach ihrem eigenen Glauben. Nachdem er seine Jugend in England verbracht hatte, studierte er an der „Brigham Young University“ in Utah, die vorwiegend von Mormonen besucht wird. Dort lernte er den bekannten Regisseur Neil LaBute kennen, der ihn für seine ersten Filmrollen engagierte.
Mitt Romney
Als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist er aktuell in aller Munde. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts mischte bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2008 als aussichtsreicher Kandidat mit. Er gilt als gemäßigter Republikaner, hat allerdings seine Meinung zu bestimmten Themen in der Vergangenheit geändert. So spricht er sich heute beispielweise gegen Abtreibung aus. Im Vorwahlkampf in Iowa erklärte Romney, die USA müssten wieder zu einem Jerusalem der Welt werden, gleich einem leuchtenden Zionsberg.
Viele konservative Wähler, insbesondere streng gläubige Christen aus dem Süden der USA, misstrauen dem Mormonentum. Für sie ist die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, wie die größte mormonische Gemeinschaft heißt, keine Religionsgemeinschaft, sondern eine Sekte.
Je verschworener die Gruppe, sprich: je höher die Unterstützung der Mormonen für Mitt Romney bei den Vorwahlen, desto größer ist die Gefahr, dass die Verschwörungstheorien der Strenggläubigen auch bei gemäßigten Christen Gehör finden.
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