Vorwürfe gegen Russland: Ukrainisches Transportflugzeug abgeschossen

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Vorwürfe gegen Russland: Ukrainisches Transportflugzeug abgeschossen

, aktualisiert 14. Juli 2014, 19:45 Uhr
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Der ukrainische Präsident Petro Poroshenko spricht zu den Truppen.

Das Flugzeug ist möglicherweise von russischem Staatsgebiet aus getroffen worden. Die Ukraine kritisiert Russlands Unterstützung für die Separatisten massiv.

Die ukrainische Regierung wirft Russland massive militärische Unterstützung der ins Hintertreffen geratenen Separatisten im Osten des Landes vor. Ein am Montag an der Grenze abgeschossenes Transportflugzeug des Militärs mit bis zu 20 Personen an Bord sei möglicherweise von russischem Staatsgebiet aus getroffen worden, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej. Präsident Petro Poroschenko beklagte die Lieferung russischer Raketenwerfer über die Grenze.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in einem Brief auf, Beobachter in die von Kämpfen betroffenen russischen Grenzstädte zu schicken. In einem Gespräch mit dem OSZE-Vorsitzenden und Schweizer Präsidenten Didier Burkhalter rief er zudem für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über einen Waffenstillstand auf.

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Geletej zufolge flog die Antonow-26 der ukrainischen Streitkräfte in einer Höhe von 6500 Metern und damit viel zu hoch für die Waffen der Separatisten, die im Osten der Ukraine gegen die Zentralregierung kämpfen. Diese bekannten sich allerdings zu dem Angriff.

Ein Waffenexperte in London, Charles Heyman, reagierte skeptisch auf Geletejs Angaben. „Ich bezweifle, dass das Transportflugzeug in 6500 Metern Höhe flog, sagte der Autor des Handbuchs „Armed Forces of the European Union“. „Das ergibt keinen Sinn: Je höher man fliegt, desto höher die Kosten, und das Flugzeug müsste eine Druckkabine haben.“ Die Antonow sei vermutlich von SAM-6-Raketen der Rebellen getroffen worden.

Vorwürfe gegen Russland

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Russland eine direkte Beteiligung an den Gefechten im Osten seines Landes vorgeworfen. Offiziere der russischen Armee kämpften auf Seiten der Separatisten auf ukrainischem Territorium, erklärte Poroschenko am Montag auf seiner Internetseite. Außerdem sei in den vergangenen drei Tagen ein neues russisches Raketensystem gegen die ukrainische Armee eingesetzt worden.

Die Regierungstruppen durchbrachen nach eigenen Angaben die Blockade des Flughafens von Luhansk. Kampfflugzeuge hätten den Separatisten dabei schwere Verluste zugefügt. Auch ein Konvoi bewaffneter Fahrzeuge sei beschossen worden, der nach Darstellung der Regierung von Russland aus die Grenze überquert hatte. Das ukrainische Präsidialamt erklärte, es werde ausländischen Diplomaten Beweise dafür vorlegen, dass Militärtechnik von Russland aus zu den Separatisten gebracht worden sei. Die Rebellen sagten Nachrichtenagentur Interfax, 30 ihrer Kämpfer seien beim Beschuss der Ortschaft Alexandriwka im Osten von Luhansk ums Leben gekommen.

Die Richtigkeit der Angaben kann nicht unmittelbar überprüft werden. In den vergangenen Wochen haben beide Seiten Propagandameldungen lanciert, um den Gegner zu diskreditieren und die eigene Position in einem besseren Licht darzustellen.

Am Wochenende hatte die Regierung mitgeteilt, ihre Streitkräfte hätten 1000 Separatisten getötet. Die Rebellen erklärten demgegenüber, sie hätten keine großen Verluste erlitten.

Die jüngste Offensive der Regierungstruppen war nach einem Raketenangriff auf Armee-Einheiten gestartet worden, bei dem nach Regierungsangaben 23 Soldaten starben. Poroschenko, der anfangs wegen der Gefahren für die Zivilbevölkerung Luftangriffe ausgeschlossen hatte, befahl sie nach diesem Angriff und kündigte an: "Für das Leben jedes Soldaten werden die Aufständischen mit Dutzenden und Hunderten ihrer Leben bezahlen."

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In Berlin appellierte die Bundesregierung am Montag abermals an die ukrainische Führung, beim Vorgehen gegen die Separatisten die Verhältnismäßigkeit zu wahren. "Wir rufen alle Seiten dazu auf, in dieser brenzligen Lage alles zu tun, damit die Situation nicht völlig außer Kontrolle gerät", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

Die Regierung in Moskau erwägt einem Zeitungsbericht zufolge militärische Gegenschläge, nachdem ein russischer Staatsbürger in einem Grenzort auf russischer Seite durch ukrainische Geschosse getötet worden war. Die Ukraine bestreitet, dass ihre Soldaten geschossen hätten. Die russische Zeitung "Kommersant" zitierte einen Insider aus der Umgebung des Präsidialamtes mit den Worten, Russland "weiß genau, von wo der Beschuss kam". Zielgerichtete Schläge gegen diese Stellung seien möglich.

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