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Währungsunion: Sprengen die Griechen den Euro?

von Malte Fischer

Die ausufernden Staatsschulden Griechenlands und anderen Peripherieländern stürzen die Währungsunion in die schwerste Krise ihres Bestehens. Um einen Bankenkollaps zu verhindern und den Euro zu retten, planen Bundesregierung und EU Hilfen für die überschuldeten Griechen. Die Währungsunion droht zu einer Transferunion zu werden.

Anti-Europa-Protest in Athen Quelle: AP
Anti-Europa-Protest in Athen Quelle: AP

Alarmiert von den ohnehin schon seit Wochen anhaltenden Finanzmarktspekulationen gegen das völlig überschuldete östlichste Land der Euro-Zone, trafen sich Mitte der Woche Politiker der Bundesregierung und der EU zu Krisensitzungen in Berlin und Brüssel. Das Ziel: den Bail-out für Griechenland vorzubereiten, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

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Dabei geht es um mehr als nur um das Mittelmeerland mit seinen elf Millionen Einwohnern, das gerade mal 2,6 Prozent zur Wirtschaftsleistung Eurolands beiträgt. Es geht um das europäische Bankensystem und das Überleben der gesamten Währungsunion.

Währungsunion wird zur Transfergemeinschaft

Allein die deutschen Banken haben in ihren Bilanzen Kreditforderungen gegenüber Portugal, Griechenland, Italien und Spanien im Wert von insgesamt 385 Milliarden Euro. Gegenüber Griechenland stehen 30 Milliarden Euro im Feuer. Den französischen Banken schulden die Griechen sogar 55 Milliarden Euro, den Schweizer Banken umgerechnet etwa 46 Milliarden Euro.

Wächst das Misstrauen der Märkte gegen diese Länder weiter, steigen die Risikoprämien für deren Staatsanleihen, und die Kurse rutschen in den Keller. Das zwänge die Gläubigerbanken zu milliardenschweren Abschreibungen, die ihr ohnehin schon knappes Eigenkapital weiter schmälerten. Eine Kreditklemme wäre die Folge.

Doch die staatliche Rettungsaktion hat ihren Preis. Hilft man jetzt Griechenland, werden bald auch Schuldenländer wie Portugal, Spanien und Italien in Brüssel vorstellig. Dann wird Wirklichkeit, was Euro-Skeptiker schon immer befürchtet haben: Die Währungsunion verkommt zu einer Transfer- und Schuldengemeinschaft.

Lesen Sie mehr zum Thema "Zocken gegen den Euro" in der aktuellen WirtschaftsWoche. Heft 7 erscheint am Samstag am Kiosk.

50 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.02.2010, 20:59 UhrAnonymer Benutzer: Zukunft

    Das sind ja eigenartige Kommentare diesmal!An David;lag bestimmt am Wetter,geht uns dagebliebenen auch so.

  • 16.02.2010, 13:37 UhrAnonymer Benutzer: David G.

    @ Dennis J. Meine vollste Zustimmung. War nach 15 Jahren das erste mal wieder in Deutschland. Wollte 2 Wochen bleiben. bin nach 10 Tagen geflohen um nicht depressiv zu werden. No Chance.

  • 16.02.2010, 13:31 UhrAnonymer Benutzer: Orlando

    Die europäische Union ist der grösste Absatzmarkt Deutschlands. Wenn der Euro kippt, ist dieser Markt trockengelegt. . Wenn der Euro kippt ,sieht es noch düsterer im Ländle aus. Deutschlands Pensionsfonds, banken und Versicherungen wären ebenfalls röchelnd. Die Spanier sehnen sich genauso nach der Pesete, wie Deutschland der Mark hinterher weint. Vorteile mit dem Euro hatte und hat nur Deutschland und Frankreich.Laut einer Umfrage der EU ist die Zufriedenheit der Spanier mit ihrem Leben in gestiegen. Wir leben, die Sonne scheint und diese permanente Griesgrämigkeit ist hier unbekannt. Staatsbankrott, was solls. Wir sind Schuldner, nicht Gläubiger. Das ist die Meinung vieler Menschen. Am Wochenende gibt es wieder Paella mit Freunden. Herrlich.

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