Währungsunion: Ungarn kriegt Euro frühestens 2020

Währungsunion: Ungarn kriegt Euro frühestens 2020

, aktualisiert 05. Dezember 2011, 20:40 Uhr
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Neu geprägte 200 Forint Münzen in Budapest.

Quelle:Handelsblatt Online

EU-Mitglied Ungarn drücken massive Schulden, die es angesichts der Wirtschaftsflaute nur langsam reduzieren kann. Finanzminister Matalocsy zerstreute jetzt auch alle Hoffnungen auf eine rasche Einführung des Euro.

BudapestUnter der Last massiver Schulden rückt für das EU-Land Ungarn ein Beitritt zur Euro-Zone in immer weitere Ferne. In diesem Jahrzehnt sei daran nicht zu denken, sagte Finanzminister György Matolcsy bei einer Wirtschaftskonferenz am Montag. „Wir werden nach 2020 vielleicht in der Euro-Zone sein.“

Seine Regierung kalkuliere inzwischen damit, dass sich die Integration der Europäischen Union in unterschiedlicher Geschwindigkeit vollziehe. „Aber als EU-Mitglied möchten wir unseren Freunden sagen: Schreitet mit der Fiskalunion so schnell wie möglich voran“, erklärte der Minister. „Und anschließend werden wir eines Tages den Euro einführen können.“

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Unter dem Druck der Wirtschaftsflaute in Europa hatte sich Ungarn zuvor von ehrgeizigen Zielen für die Verringerung seiner eigenen Schulden verabschiedet. Eine entsprechende Regelung soll erst 2016 in Kraft treten, wie aus einer Gesetzesvorlage hervorgeht. Die Regierung betonte zwar, sie halte an ihrem Ziel des Schuldenabbaus und der Haushaltssanierung fest. Doch Experten zufolge gibt die Gesetzesvorlage dem Land größeren Spielraum in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Der Etat für das kommende Jahr basiert auf einem Wachstum von 1,5 Prozent, obwohl die Regierung längst nur noch ein Plus von 0,5 bis 1,0 Prozent für realistisch hält. Ungarn verhandelt derzeit mit dem Internationalen Währungsfonds über neue Hilfen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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