Währungsunion: Was der Euro Deutschland bringt

Währungsunion: Was der Euro Deutschland bringt

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Die Euro-Skulptur in Frankfurt am Main vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB).

von Bert Losse

Bislang hat Deutschland von der Gemeinschaftswährung profitiert - doch das muss nicht unbedingt so bleiben.

Gegenüber ihrer Währung beschleicht die Deutschen in diesen Tagen ein mulmiges Gefühl. Der Anteil der Bundesbürger, die „großes Vertrauen“ in den Euro verspüren, ist in den vergangenen Monaten von 44 auf 32 Prozent eingebrochen, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach. Zwar glauben nur neun Prozent an eine Rückkehr zur D-Mark. Doch angesichts der tiefen Krise, in die Griechenland die gesamte Europäische Währungsunion (EWU) stürzt, fragen sich immer mehr: Wie geht es weiter mit dem Euro – und was hat er uns eigentlich gebracht?

Die Fakten:

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Rund 43 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Staaten der Währungsunion. Auf ihrem wichtigsten Absatzmarkt müssen sich deutsche Unternehmen nicht mehr für teures Geld gegen Wechselkursschwankungen absichern. „Der Euro hat die Planungssicherheit für Investitionen in Europa enorm erhöht“, lobt BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Nicht wenige Experten glauben zudem, dass der deutschen Wirtschaft durch den Euro eine massive Währungsaufwertung während der Finanzkrise erspart geblieben ist.Der Euro hat – bisher – nicht zu mehr Inflation geführt, im Gegenteil: In den guten alten D-Mark-Zeiten stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Schnitt um 2,7 Prozent jährlich. Unter dem Euro waren es nur 1,5 Prozent.

Der Euro ist durch die Griechenland-Krise stark unter Druck geraten. In der vergangenen Woche sackte der Kurs auf rund 1,28 Dollar ab, den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Doch ist dies kein so dramatischer Absturz, wie manche Auguren glauben machen. Legt man die Kaufkraftparitäten zugrunde, ist die Einheitswährung sogar noch überbewertet. Ökonomen taxieren den fairen Wert des Euro bei etwa 1,20 bis 1,23 Dollar. Realwirtschaftlich hat ein sinkender Kurs Vor- und Nachteile. Zum einen wächst die Gefahr importierter Inflation. Die Unternehmen müssen mehr für ihre (meist in Dollar gehandelten) Rohstoffe bezahlen, die Öl- und Spritpreise gehen nach oben. Gleichzeitig aber steigt auch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte auf dem Weltmarkt.Der Euro hat als globale Reservewährung an Bedeutung gewonnen. Im Krisenjahr 2009 lag sein Anteil an den weltweiten Devisenreserven bei 28 Prozent – höchster Stand seit der Euro-Einführung 1999.Dass sich internationale Anleger dauerhaft vom Euro abwenden, ist vorerst unwahrscheinlich, da ihnen die Währungsunion einen hohen Grad an Diversifizierung ermöglicht. „Nur in der EWU können Investoren aus einer breiten Palette an Staatspapieren in Eigenwährung der emittierenden Staaten mit unterschiedlichen Rendite- und Risikoklassen wählen, ohne dabei die Währung zu wechseln“, heißt es in einer Analyse von Deutsche Bank Research. Die Schuldenprobleme von Großbritannien und den USA – und die mittelfristigen Inflationsgefahren dort – sind nicht weniger bedrohlich als in vielen Euro-Staaten. Weder das britische Pfund noch der US-Dollar drängen sich als Fluchtwährung auf.

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