Waffenruhe gescheitert : Islamisten entführen israelischen Leutnant

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Waffenruhe gescheitert : Islamisten entführen israelischen Leutnant

Mit der Verschleppung eines israelischen Soldaten durch militante Palästinenser droht der Gaza-Konflikt wieder zu eskalieren. Eine kaum zwei Stunden alte Waffenruhe fällt dem Angriff als erstes zum Opfer. UN-Generalsekretär Ban befürchtet „ernste Folgen“.

Militante Palästinenser haben trotz einer humanitären Waffenruhe einen israelischen Soldaten verschleppt und damit den Gaza-Konflikt neu angeheizt. Als Reaktion auf den Angriff erklärte Israel die eben erst begonnene Feuerpause am Freitag für gescheitert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte harte Gegenmaßnahmen an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich „schockiert und zutiefst enttäuscht über die Entwicklung“. Die USA forderten die bedingungslose Freilassung des Soldaten.

Der 23-jährige Leutnant Hadar Goldin fiel nach Angaben des israelischen Militärs einem Kommando der radikal-islamischen Hamas in die Hände, als seine Einheit an der Zerstörung eines Tunnels in den Gazastreifen arbeitete. Der Armee zufolge ereignete sich die Entführung anderthalb Stunden nach Beginn einer dreitägigen humanitären Waffenruhe, die die Vereinten Nationen (UN) und die USA in der Nacht zuvor zwischen Israel und der Hamas vermittelt hatten.

Israels Botschafter Europäer, denkt um!

Europa sollte seine Sichtweise auf den Nahen Osten dringend überdenken, schreibt Israels Botschafter in Deutschland - dann könne der Kontinent eine wichtige Rolle spielen.

Europa muss seine konzeptionellen Denkansätze gegenüber dem Nahen Osten ernsthaft überdenken um Stabilität im Nahen Osten zu schaffen. Quelle: AP


Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, bestätigten die Gefangennahme des Soldaten, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete. Die militanten Islamisten behaupteten aber, dass ihnen der Soldat bei Kämpfen eine Stunde vor Inkrafttreten der Waffenruhe in die Hände gefallen sei. Zuletzt war 2006 der Soldat Gilad Schalit von einem Kommando unter Leitung der Hamas durch einen Tunnel in den Gazastreifen verschleppt worden. Er kam erst mehr als fünf Jahre später frei - im Tausch gegen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge. Den jüngsten Angriff bei Rafah leitete ein Selbstmordattentäter ein, der sich in die Luft sprengte und dabei zwei israelische Soldaten mit in den Tod riss, wie das Militär bestätigte. Die israelische Führung ging davon aus, dass der Leutnant dann von den Angreifern entführt wurde. Ein Lebenszeichen von ihm lag zunächst nicht vor. Ursprüngliche Medienberichte, er sei auch britischer Staatsbürger gewesen, bestätigte das Außenministerium in London nicht.

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Die israelische Armee leitete eine umfassende Suchaktion ein. Israelische Fernsehsender zeigten Panzer, die in den Gazastreifen einfuhren. Im Gebiet um Rafah flammten neue Kämpfe auf. Nach Angaben palästinensischer Ärzte und Augenzeugen wurden am Freitag bei israelischen Angriffen 66 Palästinenser getötet und 250 weitere verletzt. Militante aus dem Gazastreifen feuerten mindestens acht Geschosse auf Israel ab. Drei wurden von der Raketenabwehr abgefangen, die anderen landeten auf freiem Feld.

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