Wahlen in Afghanistan: Taliban attackieren Wahllokale

Wahlen in Afghanistan: Taliban attackieren Wahllokale

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Wahlen in Afghanistan

Bei den Wahlen in Afghanistan ist es zu den befürchteten Anschlägen gekommen: Im Bundeswehrstandort Kundus schlugen Raketen in Wahllokalen ein. Wie sich die Attacken auf die Wahlergebnisse auswirken, ist noch nicht abzusehen.

Nach massiven Drohungen der Taliban haben sich weit weniger Afghanen an der zweiten Präsidentenwahl beteiligt als vor fünf Jahren. Vor allem im Süden des Landes zeichnete sich am Donnerstag eine geringe Beteiligung ab, was als Nachteil für Amtsinhaber Hamid Karsai gewertet wurde.

Karsai erschien am Morgen in seiner traditionellen purpur-grünen Kleidung, um in einer Schule seine Stimme abzugeben. Wie alle anderen Wähler ließ er seinen Zeigefinger mit einer wasserunlöslichen Tinte färben. Mit dieser Maßnahme soll eine doppelte Stimmabgabe verhindert werden. Der Präsident rief die Bevölkerung erneut zur Beteiligung an der Wahl auf, „damit Afghanistan durch ihre Stimme sicherer und friedlicher wird“. Allerdings verlief die Wahl in Kabul zunächst eher verhalten.

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Taliban greifen Wahllokale an

In einer Schule im Osten der Hauptstadt war um 7.00 Uhr morgens alles bereit, aber niemand erschien, um seine Stimme abzugeben. Vor einem anderen Wahllokal näherten sich einige Wähler vorsichtig, blieben 50 Meter vor dem Gebäude aber erst einmal stehen, um die Lage zu prüfen. In Kandahar, der größten Stadt im Süden, sagte ein Regierungsbeamter, die Beteiligung sei etwa 40 Prozent geringer als bei der ersten direkten Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes vor fünf Jahren. Kandahar gilt als Wiege der islamisch-fundamentalistischen Taliban-Miliz. Diese hat zum Boykott der Wahl aufgerufen und in den Tagen vor der Abstimmung mehrere blutige Anschläge verübt.

Auch am Donnerstag kam es zu mehreren gewaltsamen Zwischenfällen. Über Anschläge mit hohen Opferzahlen wurde aber zunächst nichts bekannt. Die Taliban hatten mitgeteilt, ihre Kämpfer hätten 16 Wahllokale im Land angegriffen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Angaben der Taliban sind häufig übertrieben.

Raketen in Kundus

Im nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus schlug eine Rakete in einem Wahllokal ein. Eine zweite Rakete sei hinter der Schule detoniert, die als Wahllokal genutzt wird, sagte der Sprecher des Provinz-Gouverneurs, Mahboobullah Sayedi. Niemand sei verletzt worden. Ein dpa-Reporter berichtete dagegen, er habe ein verwundetes Kind gesehen.

In der Nähe eines Wahllokals in Kabul gab es eine Explosion. Dabei wurde ein Wahlbeobachter verletzt, und die Stimmabgabe wurde für kurze Zeit unterbrochen. In der Provinz Helmand schlugen mehr als 20 Raketen in der Nähe einer Gruppe von Wählern ein. Dabei wurde in der Provinzhauptstadt Laschkar Gah ein Kind getötet.

Aus Angst vor einer niedrigen Wahlbeteiligung hat die Regierung die Medien aufgefordert, am Wahltag nicht über Angriffe and Anschläge zu berichten. Die Taliban teilten in einer E-Mail mit, ihre Kämpfer hätten 16 Wahllokale im Land angegriffen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Angaben der Taliban sind häufig übertrieben.

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