Wahlen in Estland: „E-Voting“ trotz Sicherheitsrisiko möglich

Wahlen in Estland: „E-Voting“ trotz Sicherheitsrisiko möglich

, aktualisiert 06. September 2017, 20:20 Uhr
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Nahezu alle Esten besitzen eine computerlesbare ID-Karte mit einem speziellen Datenchip, der als Personalausweis dient.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei den kommenden Kommunalwahlen in Estland sollen die Bürger wieder per ID-Karte ihr Votum im Netz abgeben können. Ein kürzlich festgestelltes Sicherheitsrisiko wurde nun von der Wahlkommission als gering eingeschätzt.

Tallinn In Estland sollen die Wähler bei den Kommunalwahlen im Oktober trotz eines möglichen Sicherheitsrisikos bei der ID-Karte ihr Votum auch wieder per Klick im Internet abgeben können. Nach Einschätzung der estnischen Wahlkommission sei das Risiko nicht so gravierend, um den Bürger des baltischen EU-Staates die Möglichkeit des „E-Voting“ vorzuenthalten. „Die elektronische Abstimmung wird in Übereinstimmung mit dem Gesetz stattfinden“, sagte Kommissionsleiter Meelis Eerik einem Rundfunkbericht zufolge am Mittwoch in Tallinn.

Estland hatte am Dienstag ein mögliches Sicherheitsrisiko beim elektronischen Personalausweis einräumen müsse. Betroffen davon sind nach offiziellen Angaben rund 750 000 ID-Karten. Bei ihnen könne der öffentliche Schlüssel der digitalen Identität „theoretisch“ auch ohne die Karte und die PIN ermittelt werden. Dazu sei aber eine riesige Rechenkapazität und ein spezielles Programm notwendig, um den dazugehörigen geheimen Schlüssel zu errechnen.

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Nahezu alle der gut 1,3 Millionen Esten besitzen eine computerlesbare ID-Karte mit einem speziellen Datenchip, die als Personalausweis dient und im Internet die Feststellung der Identität ermöglicht. Damit können online Rechtsgeschäfte abgewickelt und auch digitale Unterschriften geleistet werden.

Seit 2005 kann in Estland mittels der ID-Karte auch online abgestimmt werden. Dazu identifiziert sich der Wähler auf der Webseite der Wahlbehörde per PIN-Code, stimmt ab und verifiziert die Wahl mit einem zweiten Code. Bei den letzten Parlamentswahlen 2015 setzten rund ein Fünftel aller Wahlberechtigten ihr Kreuz daheim am Computer.

Quelle:  Handelsblatt Online
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