Wahlen in Virginia: Rückschlag für Trump

Wahlen in Virginia: Rückschlag für Trump

, aktualisiert 08. November 2017, 18:18 Uhr
von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Der Wahlsieg der Demokraten im US-Bundesstaat Virginia setzt ein Zeichen. Der republikanische Kandidat versuchte sich in der Rhetorik wie Donald Trump. Der Präsident fand eine erstaunliche Erklärung für die Niederlage.

New YorkDas Video ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Auszüge von Nachrichtensendungen zeigen Gewalttaten von Gangs, Drogen, Vergewaltigung in Virginia. Mit Schuld daran hatte Ralph Northam, der im Senat des Bundesstaates für den Schutz von illegalen Einwanderern gestimmt hatte. „Die Politik von Ralph Northam ist gefährlich“, sagt die Sprecherin beschwörend.

Andere Werbefilme von Ed Gillespie gingen in eine ähnliche Richtung. Northam hätte beispielsweise Kinderpornografie unterstützt. Doch die harte Gangart des Republikaners nutzte nichts im Wahlkampf um den Gouverneursposten in Virginia. Gillespie verlor am vergangenen Dienstag deutlich gegen den Demokraten Northam. „Das war ein historischer Sieg für uns“, sagte Jess O'Connell, Chef des Parteikomitees der Demokraten.

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Die Wahl im Süden der USA ist nicht nur für Gillespie eine böse Niederlage. Auch der Mann, den er zu imitieren versuchte, verliert: Donald Trump. Der hatte den Kandidaten per Twitter unterstützt, noch am Wahltag beschwörte er seine Anhänger, wählen zu gehen. Nach der Niederlage versuchte er sich zu distanzieren: „Ed Gillespie hat sich sehr angestrengt, aber er hat mich oder meine Wert nicht genug angenommen“.

Virginia ist ein sogenannten „Swing State“, ein Bundesstaat, der bei Wahlen sowohl von Demokraten als von Republikanern gewonnen werden kann. Von daher wurde die Wahl als eine Art Test für Trump angesehen, wie sehr der Präsident und seine Politik sich in wahlentscheidenden Staaten auswirken. Eine Analyse der Wahlkarte zeigt eine Spaltung in Virginia. Der Norden und Osten des Bundesstaates mit Städten wie Alexandria, Richmond oder Virginia Beach wählten klar demokratisch, während sich der ländliche Süden und Westen für die Republikaner aussprach.

Die Bilanz für die Republikaner unter Trump ist recht ernüchternd. Der Vorsprung von Northam war so groß, wie es die Demokraten seit mehr als 30 Jahren nicht geschafft haben. Auch setzten sich in der gleichzeitigen Wahl zum Senat von Virginia mehrere politische Neulinge durch. So gewann Transgender Danica Roem gegen einen in der Region bekannten konservativen Kandidaten der Republikaner.

Quelle:  Handelsblatt Online
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