Wahlkampf USA: McCain steigt zum Liebling der weißen Mittelschicht auf - Seite 9

Wahlkampf USA: McCain steigt zum Liebling der weißen Mittelschicht auf

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Egoismus ist die Kehrseite einer Freiheit, die am Zaun der eigenen Farm endet. So jedenfalls sehen es Brendon Smith, 38, und Lynn Olson, 44, die in Madison, der Hauptstadt von Wisconsin, einen kooperativ geführten Biomarkt betreiben. So knapp wie in Wisconsin gingen die Wahlen 2004 nirgends aus: 49,8 Prozent stimmten für die Demokraten, 49,4 Prozent für die Republikaner. Diesmal führt Obama mit sieben Prozent. „Ist doch klar“, sagen Brendon und Lynn: „Die Republikaner haben den Mythos des Individualismus diskreditiert. Und sie nehmen ihn zum Vorwand für eine Politik, die sich außenpolitisch nicht fürs Weltklima, innenpolitisch nicht für die Armen und Schwachen interessiert.“ Die „Willy Street“ ist ein antiamerikanisches Paradies, eine Kommune in der Kommune, hervorgegangen aus der Hippie-Bewegung, es gibt Fahrradwege unter Ahornbäumen und Weiden, indonesische Restaurants und afrikanische Trommeln, eine Praxis für Akupunktur. 88 Prozent haben hier 2004 für die Demokraten gestimmt. „Was die Republikaner nicht begreifen“, sagt Lynn: „Manche Dinge kann nicht jeder für sich alleine zum Guten wenden. Die kann man nur gemeinsam tun.“

Tracey Cook, 38, und Brian Westen-dorf, 40, sind da skeptisch. Die beiden sind vor einem Monat bei General Motors in der Autostadt Janesville entlassen worden, „jahrelang ging es langsam bergauf“, sagt Brian, „jetzt geht es plötzlich bergab“. Die Gewerkschaft UAW hat zur Wahl Obamas aufgerufen, und so werden es die beiden auch halten. „Bush hat einen Krieg vom Zaun gebrochen, mit dem man das Gesundheitssystem in Ordnung hätte bringen können“, sagt Tracey. „Obama hat versprochen, dass freier Handel fair sein muss“, sagt Brian. „Wir müssen unsere Leute beschützen, bevor wir andere schützen“, sagt Tracey. „Es ist wichtig, dass wir unsere Probleme lösen, nicht die der anderen“, sagt Brian. Natürlich fangen die beiden bei sich selbst an. Tracey holt ihren College-Abschluss nach. Und Brian sagt: „Ich bekomme 40 Wochen lang 80 Prozent meines letzten Gehaltes ausgezahlt. Wenn ich es bis dahin nicht geschafft habe, einen neuen Job zu finden, dann habe ich auch keinen verdient.“ Ob er so einen Satz schon mal von Obama gehört hat? „Nein“, sagt Brian. „Seine Hoffnung hört sich nach Himmel und Paradies an. Meine Hoffnung gilt der Arbeit, der Heimat und der Familie.“

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2008, 14:43 UhrAnonymer Benutzer: Devjo

    An KimZ:
    Genauso stumpf und dämlich ist es den Amerikanern bedinglos zu vertrauen und zu denken im Land der Freiheit wäre alles soviel besser.
    Dies ist es nicht.
    ich habe mehrere Amerikanische bekannte und schon des öfteren mit Amerikanern zu tun gehabt (beruflich) und das Erste was ich bemerkte ist die Fähigkeit sich selbst für den größten zu halten und selbst keine Fehler zu machen. Wobei es hier natürlich auch ausnahmen gibt. Aber das von Gott erweckte Land neigt zur masslosen Selbstüberschätzung und ist gegen Kritik völlig immun, leider.
    Was könnte es für ein großartikes Land sein und welche großartigen Dinge könnte es vollbringen wenn der militärische (oder Energie) Komplex weniger Einfluss auf die Politik (speziell Aussenpolitik) hätte.
    Aber ich denke das gehört zur amerikanischen identität..... erst schiessen dann fragen.....war leider auch schon immer so.

  • 02.09.2008, 05:46 UhrAnonymer Benutzer: NY-Bewohner - Bailar hat Recht!

    An bailar, ich wohne seit einem Jahr in Amerika ,lese buecher undZeitungen regelmaessig ueber das Land: Was er sagt stimmt vollkommen. ich hoffe dass Europa niemals so wird, obwohl die Funktionaere in bruessel uns in diese Richtung bringen!

  • 01.09.2008, 22:52 UhrAnonymer Benutzer: Marcel RR

    Hier zeigt sich mal wieder schlecht recherchierter SChmierenjournalismus vom Feinsten. Weiß doch mittlerweile jeder, dass die Missionare ihre Ziele nicht selbst aussuchen und überhaupt, was hat diese Deutsche mit dem US Wahlkampf zu tun? Wie wäre es nächstes Mal mit richtiger Recherche und einem Artikel der zum Header passt ??? Und so was vom Chefreporter.....

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