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Wahlkampf USA: McCain steigt zum Liebling der weißen Mittelschicht auf

von Dieter Schnaas

Präsident George W. Bush hat die USA politisch erschöpft und ideologisch aufgezehrt. Eben deshalb hat sein republikanischer Parteifreund John McCain gute Chancen. Die weiße Mittelschicht sucht ihre Identität, nicht den Aufbruch. Chefreporter Dieter Schnaas hat sich im Mittleren Westen umgehört, auf den Spuren amerikanischer Mythen – und unterwegs zu alten Ufern.

John McCain, der Quelle: dpa
John McCain, der republikanische Präsidentschaftskandidat für die USA Quelle: dpa
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Vielleicht gehört die junge Schwester Ebisch aus Freiberg in Sachsen zu den letzten Deutschen, die noch ausgezogen sind nach Amerika, um das gelobte Land zu finden. Es sind ja nicht mehr viele hierzulande, die an das Numinose der Vereinigten Staaten glauben. Schwester Ebisch, 21, aber, Missionarin der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, schleust täglich zweifelsfrei von neun bis neun Besucher durch den himmelsgleichen Tempelbezirk der Mormonen in Salt Lake City, unbefleckt und porentief rein: geweißte Gebäude, diszipliniertes Gras. Die Petunien blühen, die Brunnen plätschern. Kein Wind raut die glatte Oberfläche der künstlich angelegten Tümpel auf.

„Jesus möchte, dass wir hier glücklich sind“, sagt Schwester Ebisch. Deshalb habe es den Messias, auferstanden von den Toten, auch sogleich nach Amerika gezogen. Von wegen Kolumbus und Santa Maria… – Amerika wurde nicht von Europäern entdeckt. Sondern von Jesus Christus erweckt.

Nächstenliebe auf Amerikanisch

Selbstverständlich liebt John Yancey seine Nächsten wie sich selbst. Nur dass er eben deshalb nichts zu verschenken hat. Yancey arbeitet bei Deseret Industries, der Sozialabteilung des Mormonen-Konzerns. Im laborhygienischen Supermarkt für Bedürftige sind Milch, Kartoffeln und Konserven soldatisch streng gruppiert wie auf einem Gursky-Foto. Man verzichtet auf Preisschilder, denn wer hier was kauft, bezahlt als Putzkraft und Palettenschieber und „belohnt sich auf diese Weise mit Selbstachtung“, sagt Yancey.

In der staubfreien Sammelstelle für Altkleider sortieren 130 Immigranten Hosen und Sweater für sechs Dollar die Stunde. „Wir bringen ihnen bei, sich rein zu halten, pünktlich zu sein, den Anweisungen des Vorgesetzten zu folgen“, sagt Gruppenleiter James Goodrich, „kurzum: Wir helfen ihnen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihr Leben zu leben.“ Maximal ein Jahr dauert der Arbeitsunterricht. Wer seine Chance nicht nutzt, muss sich woanders eine neue suchen.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2008, 14:43 UhrAnonymer Benutzer: Devjo

    An KimZ:
    Genauso stumpf und dämlich ist es den Amerikanern bedinglos zu vertrauen und zu denken im Land der Freiheit wäre alles soviel besser.
    Dies ist es nicht.
    ich habe mehrere Amerikanische bekannte und schon des öfteren mit Amerikanern zu tun gehabt (beruflich) und das Erste was ich bemerkte ist die Fähigkeit sich selbst für den größten zu halten und selbst keine Fehler zu machen. Wobei es hier natürlich auch ausnahmen gibt. Aber das von Gott erweckte Land neigt zur masslosen Selbstüberschätzung und ist gegen Kritik völlig immun, leider.
    Was könnte es für ein großartikes Land sein und welche großartigen Dinge könnte es vollbringen wenn der militärische (oder Energie) Komplex weniger Einfluss auf die Politik (speziell Aussenpolitik) hätte.
    Aber ich denke das gehört zur amerikanischen identität..... erst schiessen dann fragen.....war leider auch schon immer so.

  • 02.09.2008, 05:46 UhrAnonymer Benutzer: NY-Bewohner - Bailar hat Recht!

    An bailar, ich wohne seit einem Jahr in Amerika ,lese buecher undZeitungen regelmaessig ueber das Land: Was er sagt stimmt vollkommen. ich hoffe dass Europa niemals so wird, obwohl die Funktionaere in bruessel uns in diese Richtung bringen!

  • 01.09.2008, 22:52 UhrAnonymer Benutzer: Marcel RR

    Hier zeigt sich mal wieder schlecht recherchierter SChmierenjournalismus vom Feinsten. Weiß doch mittlerweile jeder, dass die Missionare ihre Ziele nicht selbst aussuchen und überhaupt, was hat diese Deutsche mit dem US Wahlkampf zu tun? Wie wäre es nächstes Mal mit richtiger Recherche und einem Artikel der zum Header passt ??? Und so was vom Chefreporter.....

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