Wall-Street-Protest: Soros unterstützt Demonstranten

Wall-Street-Protest: Soros unterstützt Demonstranten

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Protesters von Occupy Wall Street laufen in Richtung Börse

von Angela Hennersdorf

Drei Wochen nach Beginn der Proteste an der Wall Street erklären sich Prominente wie Filmemacher Michael Moore, Ökonom Joseph Stiglitz und Investor George Soros mit den jungen Anti-Kapitalismus-Protestlern in New York solidarisch. Entsteht hier tatsächlich eine neue linke Protestbewegung in den USA oder ist das ganze nur ein Happening von jungen Spinnern?

Die junge schwarze New Yorkerin ist ganz aufgeregt. „Wo kann ich hier Duschmöglichkeiten anbieten“, fragt sie John, der seit 16 Tagen von morgens bis abends an einem Infostand der Protestbewegung „Besetzt die Wall Streeet“ am Zucotti-Park im Finanzdistrikt von New York hockt. Geduldig beantwortet der Student alle Fragen, sowohl die von neugierigen vorbeitrottenden Touristen als auch die von den vielen New Yorker Bürgern, die mitmachen wollen bei der Bewegung – und sei es nur damit, das eigene Apartment zum Duschen zur Verfügung zu stellen.    

Seit fast drei Wochen protestieren überwiegend junge Amerikaner in New York gegen die Macht von Banken, gierige Investment-Manager, zunehmende Armut in den USA  und die Wall Street als Inkarnation des Bösen im Allgemeinen.

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Occupy Wall Street Movement, besetzt die Wall Street-Bewegung, nennen sie ihre Aktion. Die überwiegend jungen Leute übernachten in einem Zeltlager auf dem Zucotti-Platz mitten in New York, zwei Blöcke von der Wall Street entfernt. Bürger versorgen sie mit Essen und Trinken. Vor allem der Pizzanachschub fließt stetig. Aus aller Welt, sagt Anne an der Essensausgabe, bestellten Leute Pizza an die Adresse an der Liberty Street. „Hauptsache, sie können irgendwie an unserer Bewegung teilnehmen“, sagt die junge Frau und strahlt. Auch gespendet wird eifrig. Einige tausend Dollar hätten sie schon von Spendern erhalten, sagt eine andere junge Protestlerin.

Protestler von der Wallstreet werden zunehmend ernst genommen

Der Platz mitten im Finanzdistrikt in Manhattan ist zum Schauplatz einer neuen Protestbewegung in den USA geworden. Anfangs interessierte sich kein Mensch für die paar hundert Protestanten. Wieder mal ein paar Freaks dachten die New Yorker, davon gibt’s hier viele. Doch nach spektakulären Festnahmen auf der Brooklyn-Bridge am vergangenen Wochenende, nach dem Besuch von Prominenten wie Dokumentarfilmer Michael Moore, Filmschauspielerin Susan Sarandon und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, der sich solidarisch mit den jungen Leuten erklärte, wächst die Protestbewegung. Und sie wird zunehmend ernst genommen.

Jetzt diskutieren sogar konservative Medien wie der US-Fernsehsender Fox News Ziele und Zweck der Bewegung. Der US-Fernsehsender CNN rückt an und berichtet live vom Geschehen auf dem Platz. Seit Wochen ist das Gelände das inoffizielle Hauptquartier der Bewegung.

An der Wall Street selbst sind wegen Terrorgefahr keine größeren Demonstrationen erlaubt. Seit dem Beginn der Proteste ist das Herz des amerikanischen Kapitalismus allerdings noch abgeriegelter als sonst. Die Bannmeile um das Gebäude der New York Stock Exchange an der Broad Street ist erweitert worden, das Polizeiaufgebot ist noch üppiger. „Es ist einfacher in Washington direkt vor dem Weißen Haus zu demonstrieren, als auch nur in die Nähe der Wall Street zu kommen“, sagt ein junger Protestler auf dem Zucotti-Platz.

Auf dem Platz an der Liberty Street geht es zu wie zu den besten friedensbewegten Zeiten der 80er Jahre: Rucksäcke, Schlafsäcke, abgedeckt mit Plastikplane, liegen herum. Es wird Gitarre gespielt und diskutiert. Gruppen finden sich zusammen, um die nächste Aktion zu planen oder sich in workshops darüber zu informieren, wie Wall Street eigentlich funktioniert, etwa das System der Leerverkäufe. Immer wieder skandieren einige Protestler den Slogan „Nieder mit den Banken.“

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