Weblog Crazy America: Wahlkampf im Silicon Valley

Weblog Crazy America: Wahlkampf im Silicon Valley

Das Silicon Valley wählt traditionell demokratisch. Während Topmanager wie Cisco-Chef John Chambers auf McCain setzen, spendet das Gros der Beschäftigen für Obama.

Obama oder McCain? Das Silicon Valley hat in den vergangenen Jahren mehrheitlich demokratisch gewählt, Bill Clinton triumphierte hier ebenso wie Al Gore und John Kerry. Das Topmanagement und die Geldelite des Hightechtals unterstützen hingegen traditionell die Republikaner.

Ray Lane, Partner beim Wagnisfinanzierer Kleiner Perkins, war gar für einen Posten in der Bush-Administration im Gespräch. Wie Lane unterstützt Cisco-Chef John Chambers aktiv John McCain, veranstaltete persönlich mehrere Fundraiser für den Kandidaten der Republikaner. Meg Whitman gehört gar zum Beraterteam von McCain. Die langjährige Chefin des Auktionshauses Ebay wurde gar als potentielle Kandidatin für das Vizepräsidentenamt gehandelt. Die ehemalige Hewlett Packard-Chefin Carly Fiornia, die im Silicon Valley wegen ihrer turbulenten Amtszeit bei dem Technologiegianten sehr umstritten ist, berät den Vietnam-Veteranen ebenfalls in Wirtschaftsfragen. In letzter Zeit ist sie jedoch in Ungnade gefallen. Sie hatte allzu freimütig geäußert, dass Vizepräsidentenkandidatin Sarah Palin wohl eher nicht die Fähigkeiten habe, einen internationalen Konzern wie Hewlett Packard zu führen. Obama wiederum hat als prominenteste Befürworter Google-Chef Eric Schmidt sowie John Thompson gewonnen. Thompson führt den Datensicherheitsspezialisten Symantec und ist einer der wenigen US-Konzernchefs afroamerikanischer Herkunft.

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Rein finanziell entscheiden Multimilliardär Schmidt und Multimillionär Thompson damit gegen ihre Interessen, will Obama Vermögende doch stärker besteuern. Aber wie der derzeit reichste Mann der Welt, der Superinvestor Warren Buffett, sind Schmidt und Thompson davon überzeugt, dass nur Obama den in Amerika nötigen Aufbruch schaffen kann und für vor allem für international besseres Ansehen sorgen. Da schadet es nicht, dass Obama für das Geschäft von Google besser ist als McCain. Bei der Netzneutralitätsdebatte unterstützt Obama die Position Googles, dass alle Internet-Unternehmen gleichen Zugang zum Internet erhalten sollen, unabhängig davon, wieviel Datenverkehr sie über die letzte Meile zum Kunden jagen. McCain wiederum versteht, dass Telekommunikationsunternehmen zum Finanzieren ihrer Infrastrukturausgaben Unternehmen wie Google stärker zur Kasse bitten wollen.

Obama wird – soviel ist jetzt schon klar – im Hightechtal die Siegesserie der Demokraten fortsetzen. Das zeigen nicht nur Meinungsumfragen, sondern auch die zahlreichen Wahlkampfspenden an den demokratischen Senator. Das Center für Responsive Politics hat das Spendenverhalten in den zwanzig größten Silicon Valley Unternehmen analysiert. Während McCain bis Ende September nur 267 000 Dollar einsammelte, sackte Obama über 1,4 Millionen Dollar ein. Wobei Obama beim privaten Spendensammeln mehr Freiheiten als McCain ist, weil dieser im Gegensatz zu seinem republikanischen Konkurrenten auf öffentliche Gelder vollständig verzichtet. Auch wenn die Statistik nur Anhaltspunkte bietet, weil nicht alle Spender ihren Arbeitgeber nennen, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache.

Beispielsweise bei Google. Dort sammelte Obama rund 485.000 Dollar ein, McCain nur 20.000 Dollar. Ebenso deutlich ist der Vorsprung bei Apple, in dessen Aufsichtsrat Al Gore sitzt. Die Apple-Beschäftigten spendeten dem Demokraten 98.000 Dollar, während der Republikaner nur auf knapp 17.000 Dollar kam. Bei Cisco ist der Unterschied nicht ganz so groß. Bei dem Netzwerkgiganten kommt McCain auf 80.000 Dollar, Obama auf 149.000 Dollar, was sicherlich auch mit der Beliebtheit von Konzernchef Chambers zu tun hat. Bei Hewlett Packard, wo noch immer viele Beschäftige nicht gut auf die McCain-Beraterin Fiorina zu sprechen sind, sammelte Obama fast das zehnfache an Spenden an – McCain kam auf 15.000 – Obama auf 148.000 Dollar.

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