"Weihnachtsansprache": Snowden fordert Ende der Massenüberwachung

"Weihnachtsansprache": Snowden fordert Ende der Massenüberwachung

Quelle:Handelsblatt Online

Im Osten nichts Neues: Aus seinem russischen Exil hat sich NSA-Informant Edward Snowden mit einer alternativen Weihnachtsansprache an die Welt gewandt. Darin fordert er vor allem eins: Besseren Schutz der Privatsphäre.

Der frühere externe Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, hat zur Beendigung der weltweiten Massenüberwachung aufgerufen. Der Autor George Orwell habe in seinem Buch „1984“ einst vor den Gefahren dieser Art von Informationen gewarnt, sagte Snowden in einer alternativen Weihnachtsbotschaft des britischen Senders Channel 4. Die in dem Buch aufgeführten Überwachungsmethoden seien jedoch nichts im Vergleich zu dem, was heute möglich sei.

„Wir haben alle Sensoren in unseren Taschen, die uns verfolgen, wohin wir auch gehen.“ Die Privatsphäre eines jeden Menschen sei aber wichtig und müsse bewahrt werden.

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Die NSA-Spähaffäre und die Causa Snowden

  • 5.Juni

    Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass der Handynetzbetreiber Verizon dem US-Geheimdienst NSA auf der Grundlage eines geheimen Gerichtsurteils täglich Informationen zu allen Telefonanrufen innerhalb der USA sowie zwischen der USA und anderen Ländern übermitteln muss.

  • 6. Juni

    Berichten der "Washington Post" und des „Guardian“ zufolge dürfen die NSA und die Bundespolizei FBI auf Serverdaten der Internetkonzerne Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, Apple, Youtube, Skype, AOL und PalTalk zugreifen. Das geheime Überwachungsprogramm wurde demnach 2007 eingeführt.

  • 9. Juni

    Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der über Hawaii nach Hongkong geflohen war, gibt sich als Quelle der Enthüllungen zu erkennen. Drei Tage später beschuldigt er Washington, weltweit "hunderttausende Computer" zu überwachen.

  • 21. Juni

    Die US-Regierung beschuldigt Snowden der Spionage, des Diebstahls und der illegalen Nutzung von Regierungseigentum. Washington verlangt von Hongkong die Auslieferung des IT-Experten.

  • 23. Juni

    Snowden, gegen den inzwischen ein Haftbefehl vorliegt, reist nach Moskau. Sein Reisepass wurde von den US-Behörden ungültig gemacht. Der ecuadorianischen Regierung liegt nach eigenen Angaben ein Asylantrag Snowdens vor. Washington warnt Moskau und Peking vor diplomatischen Konsequenzen.

  • 1. Juli

    Putin bietet Snowden ein Aufenthaltsrecht in Russland an, fordert aber, dass der Informant seine Aktivitäten gegen die USA einstellt. Nach Angaben der Plattform „Wikileaks“ hat Snowden in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, um politisches Asyl ersucht.

  • 2. Juli

    Mehrere Staaten lehnen Snowdens Asylantrag ab. Nach Ländern wie Deutschland, Österreich, Brasilien, Spanien und Polen erteilen ihm am Tag darauf auch Frankreich und Italien eine Absage.

  • 21. Juli 2013

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt ein, es teste ein NSA-Spähprogramm, setze es aber derzeit nicht ein. Der „Spiegel“ berichtet, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um den Austausch zu erleichtern.

  • 1 .August

    Snowden erhält vorläufiges Asyl in Russland und verlässt den Flughafen. Er darf nun ein Jahr lang im Land bleiben, sein russischer Wohnort wird aus Sicherheitsgründen geheimgehalten.

  • 7. August

    US-Präsident Barack Obama sagt ein für Anfang September geplantes Einzeltreffen mit Putin am Rand des St. Petersburger G-20-Gipfels wegen der Spannungen um Snowden ab.

  • 31. Oktober

    Unter strenger Geheimhaltung trifft der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele Snowden in Russland. Der Informant habe grundsätzliches Interesse, in Deutschland zur NSA-Spähaffäre auszusagen, sagt Stöbele anschließend.

Nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ vom Dienstag entstand der kurze Film in Russland in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Laura Poitras, die mit Snowden bei der Veröffentlichung von Geschichten über die NSA eng zusammengearbeitet habe. Es handele sich um den ersten Fernsehauftritt von Snowden seit seiner Ankunft in Moskau, schrieb der „Guardian“.

Der Sender Channel 4 stahlt seit 20 Jahren zu Weihnachten Beiträge von ungewöhnlichen aber wichtigen Persönlichkeiten aus. Es soll eine Alternative zur Weihnachtsbotschaft von Queen Elizabeth darstellen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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