Weihnachtsgeschäft: Wie Trump die Kauflaune der Amerikaner beeinflusst

Weihnachtsgeschäft: Wie Trump die Kauflaune der Amerikaner beeinflusst

, aktualisiert 11. Dezember 2016, 16:56 Uhr
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Um zu überprüfen, wie sich die Präsidentschaftswahl auf das weihnachtliche Kaufverhalten der Amerikaner auswirkt, wollen die Analysten erstmal den Black Friday abwarten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Präsidentschaftswahl hat die Amerikaner in zwei Lager gespalten: Clinton und Trump. Viele US-Bürger sind dementsprechend unzufrieden mit dem Wahlergebnis. Das hat Folgen für das Weihnachtsgeschäft.

New YorkIn der Vorweihnachtszeit 2016 stehen in den USA eher Frieden und Hoffnung im Mittelpunkt statt Elfen und Glöckchen. Das melden zumindest die Einzelhändler, die darauf setzen, dass die Amerikaner nach einem harten und bitteren Wahlkampf ihre Kauflaune zurückgewinnen. Wer was schenkt, hängt ab vom Einkommen, vom Wohnort und manchmal auch von der Parteipräferenz.

„Ich brauche keinen tröstenden Hund“, sagt Rhondi Bleeker aus Totowa in New Jersey. „Ich freue mich, weil ich für Trump war.“ Die 50 Jahre alte Kosmetikerin betreibt ein eigenes Geschäft und glaubt, dass es mit der Wirtschaft nun bergauf gehen wird. Denn egal, ob die Menschen traurig oder glücklich seien, shoppen wolle schließlich jeder. Sie selbst will wie jedes Jahr rund 3.000 Dollar für Geschenke ausgeben.

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Andere Konsumenten zweigen dagegen Geld vom Geschenke-Budget ab und spenden die Summe im Namen von Angehörigen oder Freunden an Hilfsorganisationen. So will es auch Ryan Holmes aus Chicago machen, der für die Demokratin Hillary Clinton stimmte. Mindestens ein Viertel der geplanten Weihnachtsausgaben von 750 Dollar sollen an wohltätige Gruppen gehen. Und auch wenn er Musik oder ein Buch schenke, werde er wahrscheinlich politisch Stellung beziehen, sagt er. Zum Beispiel mit einem Sachbuch über den Klimawandel, um einen Freund aufzuklären.

„Ich habe Angst vor dem was kommt, ich bin traurig und weniger hoffnungsvoll“, erklärt Holmes, ein Immobilienberater. „Aber ich engagiere mich auch stärker.“

Im Allgemeinen verschenken die Konsumenten in diesem Jahr seltener Dinge und dafür mehr Erlebnisse. Neben allgemeinen Trends beeinflusst aber zum Beispiel auch das Wetter die Kauflaune der Menschen. Gleichzeitig müssen Einzelhandel und Kaufhausketten aufpassen, im Preiskampf mit den Online-Shops nicht den Kürzeren zu ziehen.

Vor einer Präsidentenwahl geht die Kauflaune stets zurück, weil die Menschen mit anderen Themen beschäftigt sind. Nach der Abstimmung wachsen die Ausgaben aber meist wieder. Tamara Gaffney, Analystin bei der Forschungsgesellschaft Adobe Systems, erklärt, dass den Händlern zwischen dem 1. und dem 14. November mehr als 800 Millionen Dollar allein im Internet-Handel entgingen. Besonders groß war der Rückgang in US-Staaten, die mehrheitlich demokratisch wählten.


Einige sind begeistert, andere halten sich zurück

Große Einzelhändler wie Wal-Mart und Target meldeten keine sichtbaren Veränderungen im Kaufverhalten der Menschen seit der Präsidentenwahl, die der Republikaner Donald Trump für sich entschied. Von der politischen Spaltung des Landes könnten jene Händler profitieren, die ihre Waren individuell auf die verschiedenen Kundengruppen zuschneiden. „Einige Leute sind begeistert von der Wahl, andere halten sich eher zurück“, erklärt Frank Badillo, Verbraucherforscher bei MacroSavvy. Die Gewinner und Verlierer seien jeweils andere, abhängig von dem einzelnen Geschäft und den unterschiedlichen Landesteilen.

Die Einkaufsplattform Shop.com registriert seit Ende Oktober ein größeres Interesse an Wohlfühlprodukten, wie Badezusätzen, Kerzen und Schokolade. Die Kette Glassybaby, die handgemachte Glaswaren verkauft, hat einen ähnlichen Trend ausmacht. Produkte mit den Schlagworten „Hoffnung“ und „Freundlichkeit“ verkauften sich seit der Wahl mehr als doppelt so häufig wie zuvor, sagt Gründerin Lee Rhodes. Themen wie „Elfen“ und „Freude“ könnten nicht mithalten.

Das Konsumforschungsunternehmen Nielsen hat Lebensmittel als wichtigen Trend bei den Weihnachtsgeschenken ausgemacht, noch vor Spielwaren und Elektronik. Nur Gutscheine seien noch beliebter, sagt Jordan Rost von der Verbraucher-Abteilung bei Nielsen. Lebensmittel seien eine sichere Sache für die Händler, weil jüngere Leute sie als Trostspender nutzten und ältere als Belohnung.

Mariam Naficy vertreibt online Grußkarten und hat ebenfalls Auswirkungen des Wahlkampfs bemerkt. Die Nachfrage nach dem Wort „Jubel“ sei nach der Wahl um 14 Prozent zurückgegangen. Dagegen habe „Frieden“, sonst weniger beliebt, um 14 Prozent zugelegt. „Hoffnung“ steigerte sich um neun Prozent.

„Wir bemühen uns, die Karten rasch neu zu gestalten“, erklärt Naficy. „Die eine Hälfte der Kunden ist glücklich, die andere nicht.“ Manche wollten ihre Liebe auf ihre ganz eigene Weise zeigen, die anderen eher auf eine ruhige Art. „Man muss für jeden etwas im Angebot haben.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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