Welthandel : USA und China steuern in neuen Handelskrieg

Welthandel : USA und China steuern in neuen Handelskrieg

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Barack Obama, l. und Hu Jintao, r.

von Andreas Henry

Eskaliert der Streit zwischen China und den USA über Währungsmanipulationen, Zölle und andere Handelsbeschränkungen? Damit würden sich nicht nur die beiden Länder schaden. Auch deutsche Unternehmen wären bald betroffen, falls sich der Konflikt verschärft.

Und wieder grüßt das Murmeltier – das könnte man meinen, weil der New Yorker Senator Chuck Schumer in Washington erneut eine seiner Lieblingsinitiativen ins Rampenlicht rückt: China soll von der US-Regierung offiziell als Währungsmanipulator gebrandmarkt werden, der sich durch die künstlich aufrecht erhaltene Niedrigbewertung des Renminbi im Handel insbesondere mit den USA massive Vorteile verschaffe. Der streitbare Senator startete diese Aktion seit 2005 bereits mehrfach. Doch bisher scheiterte jeder seiner Versuche. Während einer Phase mit einer gemäßigten Freigabe der chinesischen Währung innerhalb von engen Bandbreiten konnte der Yuan zwar immerhin um rund 20 Prozent gegenüber dem Dollar zulegen. Doch inmitten der Finanzkrise koppelten die Chinesen den Renminbi wieder eng an die US-Währung.   

China als Währungsmanipulator

Doch diesmal könnte die Schumer-Initiative mehr Schwung haben. Denn die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten sind nach dem Besuch des Dalai Lama im Weißen Haus und einem beharrlich hohen Defizit der Amerikaner im Handel mit den Chinesen auf einem Tiefpunkt angelangt. China wachse mit einem rasanten Tempo von zehn Prozent, während es in den USA zehn Prozent Arbeitslose gebe, so lautet die populistische Parole vieler amerikanischer Politiker, die mit China-Bashing bei den anstehenden Wahlen zu punkten hoffen.

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Als der chinesische Premierminister am vergangenen Sonntag Forderungen nach einer Aufwertung der eigenen Währung harsch zurück wies und sogar den Amerikanern Protektionismus vorwarf,  platzte dem Demokraten Schumer der Kragen: „Jetzt reicht es, das lassen wir uns nicht mehr bieten.“ Schumer hat diesmal Unterstützer in beiden Parteien, die den in China-Fragen eher vorsichtig agierenden US-Finanzminister Tim Geithner dazu zwingen wollen, die Chinesen in einem regelmäßig abgegebenen Bericht, der am 15. April das nächste Mal veröffentlicht wird, offiziell als Währungsmanipulator zu benennen.

Sollte das tatsächlich geschehen, befürchten Wirtschaftsexperten eine Eskalation der zuletzt ohnehin schon arg strapazierten Handelsbeziehungen. Bereits im vergangenen Herbst hatte US-Präsident Barack Obama etwa neuen Zöllen auf Reifenimporte aus China zugestimmt. US-Gewerkschaften hatten außerdem Subventionen angeprangert, mit denen China die Preise für Stahlrohre auf Dumping-Niveau gedrückt haben soll. Auch für diese Produkte führten die Amerikaner hohe Sonderzölle ein, die die Einfuhr von chinesischen Stahlrohren praktisch zum Erliegen brachten. Die Chinesen reagierten verschnupft, beschuldigten die Amerikaner erneut des Protektionismus und konterten mit der Ankündigung, sie werden sich die US-Exporte von Geflügel, Autoteilen und Autos nach China genauer ansehen.

Über Drohgebärden ist man also bereits längst hinaus. Zuletzt sorgte der Google-Fall für Missstimmung auf beiden Seiten. Das kalifornische Unternehmen hatte eine umfangreiche Hacker-Attacke aufgedeckt, hinter der chinesische Behörden stecken könnten. Die Chinesen fordern von Google, sich weiterhin an die im Land praktizierte Zensur zu halten. Die Amerikaner drohen mit dem Rückzug ihrer Suchmaschine aus  China.   

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