Weltklimakonferenz: Michael Bloomberg kritisiert Trumps Klimapolitik

Weltklimakonferenz: Michael Bloomberg kritisiert Trumps Klimapolitik

, aktualisiert 11. November 2017, 13:03 Uhr
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New Yorks Ex-Bürgermeister sprach am Samstag in einem „Aktionszentrum“, das amerikanische Klimaschützer in den Bonner Rheinwiesen errichtet haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Michael Bloomberg betont beim Weltklimagipfel den US-amerikanischen Willen, entgegen der Regierungspläne an den Pariser Klimazielen festzuhalten. Donald Trump könne dies nicht verhindern, so New Yorks Ex-Bürgermeister.

Bonn Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat bei der Weltklimakonferenz in Bonn versichert, dass große Teile der amerikanischen Gesellschaft den Klimaschutz weiter vorantreiben wollen. „Die Welt sollte wissen: Die US-Regierung mag das Klimaabkommen aufgekündigt haben, aber die amerikanische Bevölkerung ist entschlossen, an dessen Zielen festzuhalten, und es gibt nichts, was Washington tun kann, um uns daran zu hindern.“

Bloomberg sprach am Samstag in einem „Aktionszentrum“, das amerikanische Klimaschützer in den Bonner Rheinwiesen errichtet haben. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown betonte, die USA hätten ein föderales politisches System: „Bundesstaaten haben wirkliche Macht.“ Sie könnten die Politik von Präsident Donald Trump unterlaufen. Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Patricia Espinosa, lobte die Initiative als „inspirierend“. „Ich applaudiere diesen Anstrengungen, ich liebe euch dafür“, sagte sie.

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Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach sich in einem Internetvideo für eine wirtschaftsverträgliche Klimapolitik aus. Es müssten Regeln gefunden werden, „dass einerseits die Arbeitsplätze erhalten werden können und trotzdem unsere Wirtschaft Vorbildcharakter entwickelt für die Entwicklung der Weltwirtschaft“, sagte Merkel in einer am Samstag im Internet veröffentlichten Videobotschaft angesichts der Weltklimakonferenz.

„Sei es durch Ordnungsrecht, sei es durch freiwillige Maßnahmen, sei es durch Anreize materieller Art“. Sie fügte hinzu: „Wenn Stahlwerke, Aluminiumwerke, Kupferhütten, wenn die alle unser Land verlassen und irgendwohin gehen, wo die Umweltvorschriften nicht so gut sind, dann haben wir für das Klima auf der Welt auch nichts gewonnen.“

Das Ringen um die richtige Balance zwischen dem Schutz des Klimas und dem der Wirtschaft spielt auch eine mitentscheidende Rolle bei den Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen.

Das bei der Klimakonferenz 2015 vereinbarte Ziel, den Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, „wird mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht“, sagte die Kanzlerin.

„Selbst wenn es in Deutschland keinerlei CO2-Emissionen mehr gebe, würde der Temperaturanstieg weltweit noch über zwei Grad liegen.“ Die Verantwortung dafür, „dass sich die Dinge ändern“ liege vor allem bei den hoch entwickelten Industrieländern. Sie hätten die Aufgabe, „technische Innovationen zu finden und Umwelttechnologien nach vorne zu bringen“.

„Wir müssen die Elektromobilität und alternative Antriebe mit Macht voranbringen“, erklärte Merkel. Spielraum sieht sie auch beim Thema Gebäudedämmung. Das sei ein „schlafender Riese“. „Hier werden wir wieder dafür werben, dass wir endlich auch steuerliche Anreize haben“, sagte Merkel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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