Weltklimavertrag: UN-Klimakonferenz einigt sich auf Minimalkonsens

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Weltklimavertrag: UN-Klimakonferenz einigt sich auf Minimalkonsens

Nach langen Verhandlungen haben sich die Unterhändler auf einen Minimalkompromiss verständigt. Auf ihm soll der Weltklimavertrag aufbauen, der im kommenden Jahr in Paris beschlossen werden soll.

Nach heftigen Kontroversen über die Verteilung der Kosten im Kampf gegen die Erderwärmung haben Industrie- und Entwicklungsländer bei der UN-Klimakonferenz doch noch einen Minimalkompromiss erreicht. Die mehr als 190 Länder einigten sich am frühen Sonntagmorgen in der peruanischen Hauptstadt Lima auf Eckpunkte für einen Weltklimavertrag, der im kommenden Jahr in Paris beschlossen werden soll. Allerdings müssen die Länder nur sehr vage ihre Ziele für die geplante Senkung ihrer Emissionen angeben.

Die Konferenz, die am 1. Dezember begonnen hatte, sollte ursprünglich am Freitag enden, war dann aber verlängert worden. Hauptknackpunkt waren die Finanzen. Entwicklungsländer warfen den reichen Industrienationen vor, sich aus der Verantwortung für die Kosten der von ihnen verursachten Schäden zu stehlen zu wollen. Die UN-Wetterbehörde hatte letzte Woche mitgeteilt, 2014 werde das bislang wärmste Jahr seit Aufzeichnungen.

Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Das Hauptziel der knapp zweiwöchigen Konferenz war relativ gemäßigt: Es sollte eine Einigung erreicht werden, welche Zusicherungen die Länder für einen globalen Klimavertrag machen, der im Dezember 2015 in Paris verabschiedet werden soll. Aber noch nicht einmal dieses Ziel war einfach zu erreichen. So wandten sich einige Entwicklungsländer gegen einen Entwurf, der ihrer Ansicht nach die Unterscheidung, was reiche und arme Länder tun könnten, verwischen würde.

Der endgültige Entwurf milderte diese Bedenken, indem gesagt wurde, dass die Länder „gemeinsame, aber abgegrenzte Verantwortlichkeiten“ im Kampf gegen die globale Erwärmung hätten. Zudem wurde auf die Forderung kleiner Inselstaaten eingegangen, die durch die steigenden Meerespegel von Überflutung bedroht sind. Es wurde einem „Ausgleichs- und Verlust“-Mechanismus zugestimmt. Darüber hinaus wurden die Formulierungen in den Zusicherungen abgeschwächt: Anstatt zu sagen, dass die Länder anhand quantifizierbarer Informationen aufzeigen „sollen“, wie sie ihre Emissionsziele erreichen wollen, wird nun davon gesprochen, dass sie es mitteilen „können“.

Zudem lehnten der Topverschmutzer China und andere Länder Pläne für eine Überprüfung ab, durch die die Zusicherungen vor Paris hätten verglichen werden können. Der neue Entwurf vermerkt lediglich, alle Zusicherungen würden einen Monat vor Paris überprüft, um ihre gemeinsame Wirkung auf den Klimawandel bewerten zu können. Die Verhandlungen hatten vor zwei Wochen unter dem Eindruck von den USA und China verkündeter Emissionsziele mit verhaltenem Optimismus begonnen. Die entwickelten Länder wollen sich auf die Verringerung des Schadstoffausstoßes konzentrieren, während Entwicklungsländer Finanzhilfe bei Kosten fordern, die ihnen der Klimawandel bereits macht oder demnächst machen wird.

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Um die globale Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssten die Emissionen nach Berechnungen des Weltklimarats weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts gedrückt werden. Die nur langsam vorankommenden Verhandlungen hatten in den vergangenen zwei Monaten durch Zusagen der drei größten Klimasünder China, USA und Europäische Union neuen Schwung bekommen. China, die USA und die EU hatten angekündigt, ihre Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu begrenzen. Der bisherige Vertrag über Treibhausgas-Emissionen, das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997, galt nur für Industriestaaten. Heute nehmen diese Ausstöße aber vor allem in den Entwicklungsländern zu.

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