Weltklimavertrag: UN-Klimasekretariat präsentiert Entwurf

Weltklimavertrag: UN-Klimasekretariat präsentiert Entwurf

Ende des Jahres soll in Paris ein globaler Klimavertrag vereinbart werden. Bis dahin bleibt aber nicht mehr viel Zeit, den Wünschen der 190 Teilnehmerstaaten nachzugehen, die das UN-Klimasekretariat in Genf festgehalten hat.

Es bleibt noch viel Arbeit und wenig Zeit bis zu einem globalen Klimavertrag, der Ende des Jahres in Paris vereinbart werden soll. Ein Entwurf, den das UN-Klimasekretariat zum Abschluss einer Arbeitstagung in Genf präsentierte, enthält auf rund 100 Seiten noch Hunderte verschiedene Wünsche der über 190 Teilnehmerstaaten. Die Chefin des UN-Klimasekretariates, Christiana Figueres, lobte am Freitag dennoch den „konstruktiven Geist“ des siebentägigen Treffens. Nun liege erstmals ein offizieller Verhandlungstext für den Weltklimavertrag vor. Klimaschützer äußerten sich dagegen enttäuscht.

Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

„Aus unserer Sicht war Genf nicht mehr als eine vertrauensbildende Maßnahme, und wichtige zu lösende Fragen wurden vertagt“, sagte Martin Kaiser von Greenpeace. Dazu zählten die Finanzierung von Klimaschutz und eine gerechte Verteilung der Klimaziele unter den Staaten. Der Entwurf für Paris sei nun doppelt so lang wie das Vorläuferpapier, das im Dezember in Lima vereinbart wurde. Jan Kowalzig von Oxfam sieht für Paris eine große Gefahr, „dass Länder wie die USA oder China ein sehr schwaches Abkommen durchsetzen werden, weil die EU nicht in der Lage ist, starke Allianzen mit anderen Ländern zu schmieden“.

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„Wir sind grundsätzlich im Plan, müssen aber nunmehr zügig beginnen, konkrete Rechtstexte zu verhandeln“, hieß es aus der deutschen Delegation. Bis Paris sind laut Figueres noch UN-Arbeitstreffen im Juni, September und Oktober geplant. Zudem lädt Deutschland einige entscheidende Staaten im Mai zum Petersberger Klimadialog ein.

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