Weltsozialforum: Gipfeltreffen der Globalisierungskritiker

Weltsozialforum: Gipfeltreffen der Globalisierungskritiker

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Brasilianische Indianer auf dem Weltsozialforum.

In Brasilien veranstalten Globalisierungskritiker den Gegengipfel zum Weltwirtschaftsforum. Hauptthema ist der Klima- und Umweltschutz - einen Aufmerksamkeitsschub gibt es trotz der Finanzkrise nicht.

Während sich im schweizerischen Davos die weltweite Wirtschaftselite und zahlreiche Politiker ein Stelldichein geben, findet in Brasilien die Gegenveranstaltung zehntausender  Globalisierungskritiker statt. Zum neunten Mal wird das Treffen unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ veranstaltet. Doch obwohl die weltweite Finanzkrise den Kritikern eine Steilvorlage bietet, können die Veranstalter in der öffentlichen Wahrnehmung davon kaum profitieren.

Seit dem ersten Treffen in Porto Allegre wird darüber debattiert, ob das Forum vor allem eine Diskussionsstätte sein soll oder auch gemeinsame Erklärungen und Beschlüsse fassen sollte. So gilt in diesem Jahr als wichtige Frage, ob das Forum zu einem weltweiten Aktionstag aufruft. Das Netzwerk Attac rief zu einem weltweiten Aktionstag am 28. März auf, kurz vor dem G-20-Gipfel der größten Industrie- und Schwellenländer am 2. April in London. Für Europa ist dieser Protesttag bereits beschlossene Sache, in Deutschland sind Demonstrationen in Berlin und Stuttgart geplant. 

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Abholzung der Regenwälder bedroht Klima und Indianer

Eigentlich sollte sich das internationale Gipfeltreffen von Vertretern sozialer Bewegungen, Gewerkschaften, Kirchen und Umweltverbänden in erster Linie mit dem Klimawandel beschäftigen. Daher war Belem als Tagungsort gewählt worden, um auf die Gefährdung des artenreichen Regenwalds und das Schicksal der brasilianischen Indianer aufmerksam zu machen.

Die die Amazonas-Gebiete betreffenden Fragen beschäftigten die gesamte Welt und der Regenwald habe eine strategische Bedeutung für den Erhalt des ganzen Planeten, sagte die Regionalkoordinatorin des Forums, Audelice Otterloo. Am Eröffnungsmarsch durch die Hauptstadt des Amazonas-Bundesstaates Pará hatten am Dienstag zwischen 60 000 und 70 000 Menschen teilgenommen.

Schaulaufen linker Staatschefs

In Belém schilderten Vertreter der indigenen Bevölkerung unter anderem aus Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien und Venezuela ihre Lebensbedingungen. Diese würden durch die fortschreitende Abholzung der Wälder immer schwieriger. Nur gemeinsam mit den Ureinwohnern könne ein neues Entwicklungsmodell entworfen werden, betonte Otterloo am zweiten Tag des sechstägigen Treffens.

Einige Organisationen kritisierten den Ausbau der Wasserkraftwerke, die die großen Flüsse in der Amazonas-Region zu Energieproduzenten machten, aber nicht den Lebensstandard der dort in Armut lebenden Menschen verbesserten. Am Rande des friedlich verlaufenden Marsches hatte es am Dienstag Proteste gegen die US-Fast-Food-Kette McDonalds und den brasilianischen Bergbaukonzern Vale gegeben.

Heute werden in der Millionen-Metropole Belém fünf Staatschefs aus Lateinamerika erwartet. Neben Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva haben sich dessen Amtskollegen Evo Morales (Bolivien), Rafael Correa (Ecuador), Fernando Lugo (Paraguay) und Hugo Chávez (Venezuela) angekündigt, um über die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auf Lateinamerika zu debattieren.

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