Weltwirtschaft: 2010 wird für China schwierig

Weltwirtschaft: 2010 wird für China schwierig

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Shanghai Hafen: Exportwirtschaft hat sich erholt

von Matthias Kamp

Auch wenn China mit beeindruckenden Wachstumsraten glänzt – 2010 wird ein schwieriges Jahr. Die Binnenwirtschaft muss die Einbußen im Export kompensieren.

Die Stimmung war getrübt, als Chinas Parteiführer Anfang Dezember ihr jährliches Arbeitstreffen zur Wirtschaftspolitik des kommenden Jahres beendet hatten. „Das zurückliegende Jahr war das schwierigste in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes“, sagte Staats- und Parteichef Hu Jintao, „und die Erholung der Konjunktur steht weiterhin auf wackeligen Beinen.“

Um 8,9 Prozent ist Chinas Wirtschaft im dritten Quartal gewachsen, und für das kommende Jahr erwarten die meisten Analysten einen ähnlichen Wert. Zwar hat sich der für die Wirtschaft des Landes wichtige Exportsektor erholt. Doch auf mittlere Sicht werden die Ausfuhren so lange nicht zu alter Stärke zurückfinden, wie die Amerikaner zum Sparen gezwungen sind.

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Warnung vor einer Aktien- und Immobilienblase

Die Regierung in Peking will daher die Binnenwirtschaft stärken. Dazu hat sie ein gigantisches Konjunkturprogramm von umgerechnet fast 590 Milliarden Dollar aufgelegt und die Kreditvergabe massiv gesteigert. Umgerechnet rund 1,4 Billionen Dollar neue Darlehen haben die Staatsbanken des Landes zwischen Januar und November verteilt. Viel Geld floss in die Aktien- und Immobilienmärkte, aber auch in den Aufbau neuer Industrieanlagen – und in Subventionen für Hausgeräte und Kleinwagen.

Der Erfolg der staatlichen Maßnahmen war zunächst bestechend. Die Anlageinvestitionen in den städtischen Regionen wuchsen zuletzt um rund 33 Prozent. Die Industrieproduktion kletterte im November stärker als erwartet um 19,2 Prozent. Gleichzeitig warnen aber immer mehr Experten vor einer Aktien- und Immobilienblase sowie vor wachsenden Überkapazitäten in der Industrie, sollte Peking seinen expansiven Kurs in der Fiskal- und Kreditpolitik nicht bald anpassen.

Darüber hinaus scheint die Inflation nach China zurückzukehren. Um 0,6 Prozent kletterten die Konsumentenpreise im November gegenüber dem Vorjahr – der erste Anstieg in zehn Monaten.

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