Weltwirtschaft: In Euroland könnte es zur Zerreißprobe kommen

Weltwirtschaft: In Euroland könnte es zur Zerreißprobe kommen

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Griechenlands Premierminister George Papandreou

von Silke Wettach

In Euroland steigt das Wachstum – aber auch die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern nehmen zu. Es könnte zur Zerreißprobe kommen.

Die tiefste, längste und umfassendste Rezession, die Euroland je gesehen hat, geht zu Ende.

Das klingt nach einer guten Nachricht, schließlich geht die EU-Kommission davon aus, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone bereits in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres wieder gewachsen ist.

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Und trotzdem liegen die Nerven der Beamten in der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen blank. Dem Euro-Raum steht eine extrem schwierige Zeit bevor, vielleicht sogar die schwierigste seiner Geschichte. Denn die Unterschiede zwischen den Ländern nehmen zu. Und es wird sich zeigen, wie viel Divergenz der Euro ertragen kann.

Schon seit Jahren mahnen die Brüsseler Beamten eine stärkere Koordinierung der Wirtschaftspolitik in den Euro-Ländern an. Doch alle Warnungen vor einem Auseinanderdriften verhallten. Die Krise verschärft nun die Unterschiede – und zeigt, wo gut gewirtschaftet wird und wo Schlendrian herrscht.

Sorgenkinder in der Euro-Zone sind Griechenland, Spanien und Irland

So nehmen die Länder der Euro-Zone ganz verschiedene Wege aus der Krise. Hinter dem von der Kommission für 2010 erwarteten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 Prozent für die Euro-Zone verbirgt sich ein Spitzenwert für die Slowakei von 1,9 Prozent.

Am anderen Ende der Skala befinden sich die Sorgenkinder Griechenland (–0,3 Prozent), Spanien (–0,8 Prozent) und Irland (–1,4 Prozent), deren Wirtschaften weiter schrumpfen werden.

Die Problemländer gehen mit ihrer wirtschaftlichen Schieflage sehr unterschiedlich um. Irland schlug einem konsequenten Sanierungskurs ein. „Regierung und Öffentlichkeit zeigen eine beeindruckende Entschlossenheit, die Wirtschafts- und Haushaltskrise zu bekämpfen“, sagt Analyst Kevin Daly von Goldman Sachs.

Die Regierung diskutiert mit der Opposition und den Gewerkschaften nicht mehr, ob gespart werden soll, sondern nur noch wo. Im laufenden Jahr wurde der Haushalt relativ zum BIP um fünf Prozent gekürzt.

Anfang Dezember vergangenen Jahres legte die Regierung einen Etatentwurf für 2010 vor, der den Umfang um weitere 2,5 Prozent schrumpfen lässt. Gespart wird vor allem bei der Gesundheit, der Bildung, den Sozialausgaben und der Besoldung im öffentlichen Dienst.

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