Weltwirtschaft: IWF sieht Risiken für das Wirtschaftswachstum

Weltwirtschaft: IWF sieht Risiken für das Wirtschaftswachstum

Der Schock in der Bankenwelt ist kaum verkraftet. Jetzt sind die Transformation in China und der Ölpreis neue Gefahren für die Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds hebt den Finger.

Der wirtschaftliche Umbau in China und schwache Signale aus den Schwellenländern dämpfen die Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Ausblick zur Weltwirtschaft für das laufende sowie das darauffolgende Jahr seine Wachstumsprognose nach unten korrigiert, wie er am Dienstag mitteilte. Der IWF geht für 2015 von einem Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent in der Welt aus, anstelle von 3,3 Prozent in der Juli-Prognose. „Wenn man die Risiken abwägt, zeigt die Tendenz noch immer eher nach unten“, heißt es in dem Bericht des IWF. Vom 9. bis 11. Oktober steht die gemeinsame Jahrestagung von IWF und Weltbank in Perus Hauptstadt Lima an.

„Kurzfristig wird das weltweite Wachstum nach unserer Projektion moderat und unausgewogen ausfallen“, sagte der erst seit wenigen Wochen amtierende neue Chefvolkswirt Maurice Obstfeld. Größter Unsicherheitsfaktor seien die wegbrechenden Rohstoffpreise, auf die sich die Volkswirtschaften einstellen müssten. Kurzfristig helfe der günstige Ölpreis vielen Ländern, Energieexporteure wie Kanada oder Norwegen litten jedoch darunter. Vor allem mache der niedrige Ölpreis Exporteuren in Entwicklungsländern zu schaffen. Die Gruppe der Schwellenländer wachse nur noch um vier Prozent, nach 4,6 Prozent im Vorjahr.

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Diese Länder - normalerweise für den Löwenanteil des weltweiten Wachstums verantwortlich - sind hauptsächlich ausschlaggebend für den eingetrübteren Ausblick. Für Deutschland sieht der IWF mit 1,5 Prozent im laufenden und 1,6 Prozent im nächsten Jahr nur ein leicht schwächeres Wachstum als bisher prognostiziert. Etwas günstiger sieht es in den USA und Großbritannien aus, wo der IWF bald ein Anziehen der Zinsschraube erwartet. Allerdings deuten hier schwache Produktivitätswerte auf ausgebliebene Investitionen hin, was auf längere Sicht erneute Risiken für das Wirtschaftswachstum bedeutet.

In der seit längerer Zeit schwächelnden Eurozone stehen die Zeichen wieder auf Wachstum, wenngleich dies zunächst nur äußerst moderat ausfällt. Der günstige Ölpreis, die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Abwertung des Euro gegenüber anderen Währungen wie dem Dollar begünstigten die Entwicklung. Für das laufende Jahr sagt der IWF ein Wachstum von 1,5 Prozent, für 2016 von 1,6 Prozent voraus. Besonders Sorgenkinder wie Italien, Spanien und auch Frankreich scheinen langsam wieder Fuß zu fassen.

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In den Entwicklungs- und Schwellenländern geht das Wirtschaftswachstum im fünften Jahr in Folge zurück. Nach 4,6 Prozent Wachstum im Jahr 2014 sieht der IWF nur noch vier Prozent im laufenden Jahr. Vor allem das von Sanktionen des Westens in der Ukraine-Krise sowie vom Ölpreis-Sturz getroffene Russland trägt dazu bei. In China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, sieht der IWF für dieses Jahr unverändert ein Wachstum von 6,8 Prozent sowie 6,3 Prozent im nächsten Jahr. Stärkerer privater Konsum und eine Konzentration auf Dienstleistungen könnten dort strukturelle Probleme mittelfristig zum Teil auffangen. Im kommenden Jahr sagt der IWF für die Entwicklungs- und Schwellenländer ein Wachstum von 4,5 Prozent voraus. Weltweit wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent erwartet.

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