Weltwirtschaft: Stürzt Japan die Weltwirtschaft in die Rezession?

KommentarWeltwirtschaft: Stürzt Japan die Weltwirtschaft in die Rezession?

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Der japanische Premierminister Naoto Kan inspiziert die Folgen der Naturkatastrophe

von Malte Fischer

Die Erdbeben-Katastrophe wird die Produktion in Japan vorübergehend dämpfen. Reißt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt die globale Konjunktur in den Abgrund?

Die wirtschaftlichen Folgen der Japan-Katastrophe sind für Ökonomen schwer ab zu schätzen.  Klar ist, dass ein Teil der Maschinen, Anlagen, Gebäude sowie der Infrastruktur  zerstört, Tausende von Toten zu beklagen sind. Ökonomisch gesehen ist das ein negativer Angebotsschock, der einen Teil des Produktionspotenzials des Landes zerstört hat. Das wird die gesamtwirtschaftliche Produktion bremsen.

Doch Japan ist ein hoch entwickeltes Industrieland. Daher dürfte schon bald der Wiederaufbau beginnen und die Betriebe werden alles tun, um die ausgefallene Produktion nach zu holen. Typischerweise folgt dem wirtschaftlichen Einbruch dann ein umso kräftigerer Rückprall. Im Konjunkturverlauf zeigt sich das in einem  V-förmigen Verlauf der Quartalswachstumsraten.

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Weltwirtschaft bleibt robust

Wie hoch die Schäden sind und wie schnell sie beseitigt werden können, hängt jedoch davon ab, ob es zu dem befürchteten Atom-GAU  kommt. In diesem Fall würden ganze Landstriche radioaktiv verseucht und Ausläufer der Strahlenwolke wohl auch das Wirtschaftszentrum Tokio erreichen. Der wirtschaftliche Schaden wäre dann ungleich größer als bei einer reinen Erdbeben/Tsunami-Katastrophe.

Doch auch ein Atom-GAU in Japan wird die Weltwirtschaft nicht aus der Spur werfen. Denn die globale Wirtschaft befindet  sich mitten in einem kräftigen Aufschwung. Anders als etwa in der Spätphase eines Zyklus,  wenn höhere Leitzinsen der Wirtschaft schon die Dynamik geraubt haben, ist die Weltwirtschaft derzeit robust und widerstandsfähig.

Welt weit entfernt von einer Rezession

Sicher, Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, ihr Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt liegt bei knapp neun Prozent. Schrumpfte Japans Bruttoinlandsprodukt wegen der Erdbeben-Katastrophe um ein Prozent,  so würde die Weltwirtschaft dadurch aber nur um gerade mal 0,09 Prozent weniger stark wachsen. Statt um 4,5 Prozent legte das globale Bruttoinlandsprodukt um 4,4 Prozent zu.

Käme es zu dem befürchteten Atom-Gau und würde die japanische Wirtschaft dadurch um drei Prozent schrumpfen, wären die Folgen für die Weltwirtschaft spürbarer. Das globale Bruttoinlandsprodukt würde dann um knapp 0,27 Prozentpunkte schwächer wachsen. Statt um 4,5 Prozent also nur um 4,2 Prozent. Doch von einer Rezession wäre die Welt auch dann noch weit entfernt.

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