Weltwirtschaftsforum: Zwischen Finanzkrise und Korruption

Weltwirtschaftsforum: Zwischen Finanzkrise und Korruption

Bisher war das Promi-Treffen in dem Schweizer Skiort höchst exklusiv. Jetzt ist jeder zugelassen – per Internet.

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Klaus Schwab

Das Weltwirtschaftsforum in Davos gilt als das Treffen der Großen und Mächtigen. Auch wenn es hauptsächlich Staatsoberhäupter, Wirtschaftsbosse und andere Prominente in die Schweizer Alpen lockt, draußen bleiben muss die breite Masse dennoch nicht. Inzwischen kann jeder das Geschehen dort zumindest online verfolgen. Längst ist das Forum bei Twitter, Facebook und Youtube vertreten. Eröffnungsredner Medwedew plant, Fragen der Internetgemeinde per Kurznachrichtendienst Twitter zu beantworten. Über eine Million Menschen, sagte Forums-Direktor Adrian Monck, hätten den Twitter-Feed des Forums bereits abonniert.

Persönlich vor Ort sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche prominenten Gäste. Insgesamt fast 2500 Top-Manager, Spitzenpolitiker und hochrangige Wissenschaftler haben zugesagt, zum 41. Weltwirtschaftsforum zu kommen, das vom 26. bis zum 30. Januar stattfindet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reist nach Davos, ebenso der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister David Cameron und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Auf der Gästeliste stehen ferner Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der neue Lufthansa-Chef Christoph Franz sowie Jürgen Hambrecht (BASF), Johannes Teyssen (Eon) und Hartmut Ostrowski (Bertelsmann). Aus den USA kommen unter anderem Michael Dell, Chairman des gleichnamigen US-Computerkonzerns, Eric Schmidt, der scheidende Google-Chef sowie Mark G. Parker vom Sportriesen Nike.

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Das Thema ist klar: Die Finanzkrise und ihre Folgen. Forumsgründer Klaus Schwab drückt es natürlich etwas philosophischer aus: „Gemeinsame Normen für eine neue Realität“. Klingt einfach intellektueller. Und darum geht es: Was ist zu tun, wenn Nahrungsmittel und Energie immer teurer werden? Was, wenn das Trinkwasser knapp wird? Und wie lässt sich die Korruption wirkungsvoll bekämpfen? Was macht besseres Regieren aus?

Längst ist das Forum eine der traditionsreichsten Treffen von Top-Managern und Spitzenpolitikern. In Davos trafen sich schon verfeindete Staatschefs, um Frieden anzubahnen; in Davos knüpfen und vertiefen die Gäste gewinnbringende Kontakte. Offizielle Beschlüsse allerdings werden nicht gefasst, allenfalls Vorsätze.

1971 hat Schwab erstmals zum Weltwirtschaftsforum eingeladen, zum „World Economic Forum“, wie es offiziell heißt. Damals organisierte der gebürtige  Ravensburger auf eigenes finanzielles Risiko eine Konferenz für europäische Unternehmer, um mit ihnen die neuesten Managementmethoden aus den USA zu studieren. 400 Zuhörer fanden sich damals ein.  

Strenge Auswahl

Im Lauf der Jahre verlagerte Schwab den Schwerpunkt des Treffens auf allgemeine wirtschaftliche und politische Fragen und gründete eine Stiftung, die das Forum alljährlich ausrichtet. Heute zählt die Konferenz zu den prestigeträchtigsten Wirtschaftsveranstaltungen der Welt. Außerdem ist sie eine „wahre Geldmaschine“, wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ schreibt: 400 Mitarbeiter und Gesamteinnahmen in Höhe von über 140 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2009/2010. Eine der Hauptaktivitäten der Forumsgesellschaft ist das Erstellen von Studien und Berichten zu aktuellen Themen.

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