Weltwirtschaftsgipfel 2008: Das wahre Gesicht des Präsidenten

Weltwirtschaftsgipfel 2008: Das wahre Gesicht des Präsidenten

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In Davos überlagern sich Politik und Wirtschaft. Dabei werden Einsichten möglich, die sonst so einfach nicht zu gewinnen wären.

In Davos überlagern sich Politik und Wirtschaft. Dabei werden Einsichten möglich, die sonst so einfach nicht zu gewinnen wären.

In Davos überlagern sich Politik und Wirtschaft. Dabei werden Einsichten möglich, die sonst so einfach nicht zu gewinnen wären. Nehmen wir das Frühstück, das Pakistans diktatorischer Präsident Pervez Musharraf gibt. Eine Stunde erläutert der Ex-General, welchen Kampf Pakistan stellvertretend für die freie Welt gegen die Sowjets in Afghanistan geführt habe. Offen spricht er davon, wie man im Auftrag der USA die Taliban erfunden habe als schärfste Waffe gegen die Sowjets.

Bescheidenheit ist kein Persönlichkeitsmerkmal des Präsidenten – sein Sieg über die Sowjets am Hindukush habe die Sowjetunion insgesamt in die Knie gezwungen, Osteuropa befreit, Deutschland wiedervereinigt. Aber seither habe man Pakistan bis 9/11 allein gelassen mit den Taliban, die neben ihren amerikanischen Waffen auch über reichgefüllte sowjetische verfügen. So plaudert der Präsident über die Demokratisierung, die so ganz freien Wahlen demnächst im Februar, wie Scottland Yard in seinem ganz persönlichen Auftrag den Mord an Benazir Bhutto aufklärt, den Wirtschaftsaufschwung, die Rechtsstaatlichkeit, Marktfreiheit, überhaupt: die paradiesischen Zustände für ausländische Investoren.

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Alles paletti, Pakistan? Aber da stellt einer die Frage nach diesen Menschenrechten und nach UKW-Sendern, die von den Militärs eingestellt wurden. Da wird der Präsident laut. Menschenrechte? Die seien eben gerade nicht universell, sondern müssten den Ortsgegebenheiten angepasst werden. „Die Menschenrechte haben Pakistan zu dienen, nicht Pakistan den Menschenrechten.“

So einfach ist es also. Unmittelbar vor dem Frühstücksaal des zornigen Präsidenten lauert ein deutscher Vorstandschef vor einem kleinen Zimmer auf den Herren Pakistans. Nur eine Minute braucht der den  unbestechlichen  und unermüdlichen Kämpfer für Freiheit und Marktwirtschaft. Was will ein Düsseldorfer Manager von einem Diktator auf Demokratisierungstrip? Grundstücke für zehn weitere Cash&Carry-Märkte. Ohne den Präsidenten geht eben gar nichts, nicht das kleinste, eigentlich selbstverständlichste Geschäft. Ohne den Segen des  Präsidenten keine Palette nach Pakistan. So ist das also mit Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und freier Marktwirtschaft im großen Staat des kleinen Präsidenten – nichts ist paletti.

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