Weltwirtschaftsgipfel 2008: Davos - da, wo's Chaos herrscht

Weltwirtschaftsgipfel 2008: Davos - da, wo's Chaos herrscht

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Sicherheitskräfte in Davos

Mit einem Minimum an Zeit ein Maximum an Kontakten knüpfen: Beim Weltwirtschaftsgipfel müssen Politiker und Konzernbosse ihre Steherqualität beweisen.

Jetzt also wieder zum Flieger nach Zürich, es soll zwei Grad kalt sein und sonnenklar, die Kälte wird in die Finger beißen, wenn man den Bahnhof von Davos endlich erreicht. Es ist eine lange und beschwerliche Reise in die Berge. Eigentlich ist Davos ja ein beschaulicher Ort - wenn da nicht einmal im Jahr der Riesentross der Weltwirtschaft einfallen würde. 2500 Unternehmer und Politiker sind akkreditiert; auf Angela Merkel und andere deutsche Politikgrößen werden wir vergebens warten. Auch Roland Koch verkneift sich diesmal den Gipfel, er bangt in Wiesbaden um sein Überleben.

Aber wer braucht schon Politiker, wenn Lakshi Mittal zum Dinner lädt. Wenn man dann auch noch vom deutschen Stahlbaron Jürgen Großmann eingeladen ist, weiß man, wo die beiden sich gegenseitig über den Tisch gezogen haben. Addiert man die Umsätze aller Firmen, die in Davos vertreten sind, dann kommt man auf eine Zahl, die etwa 20 Prozent der gesamten globalen Wirtschaftsleistung entspricht.

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Der Ski- und Erholungsort ist dann eine Art Feldlager von Managern, die von einem Treffen zum nächsten eilen, um so Zeit sparend ein Maximum an Kontakten zu erzielen. Davos wird dann zum Ort, wo es eng wird, wo es hektisch zugeht - wo das Chaos herrscht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beispielsweise hat vergangenes Jahr Journalisten im Abkühlraum einer Hotelhalle empfangen - auf Steinfliesen, auf die sonst der Schweiß der Dicken tropft. Nicht zu vergessen jene Rattanmöbeln, die sonst mit Badetüchern bedeckt sind und jetzt mit Sicherheitsbeamten.

Überhaupt das Hotel Belvedere, Jahr für Jahr Headquarter der World Inc. Eigentlich ist es ein verwohnter Schuppen, der seine besten Tage schon 50 Jahre hinter sich hat. Aber beim Weltwirtschaftsgipfel ist es der Kommandostand im Feldlager. Im Stundentakt wechseln die Partys der Wichtigen und Mächtigen.

Das ganze Hotel ist voll geklebt mit Schildern, Tafeln und Wegweisern: Hier trinkt die Nyse, dort geht's zu Goldman Sachs; Deutsche Bank, McKinsey hofft auf Besucher ganz hinten im Labyrinth, man drängelt sich an Kleiderständern im provisorischen Zeltbau vorbei zu den Nummer-eins-Adressen der globalen Wirtschaft.

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