Werner Müller: RAG-Stiftungschef zeigt Verständnis für Russlands Präsident Putin

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Werner Müller (2007)

von Reinhold Böhmer und Roland Tichy

Werner Müller, Chef der RAG-Stiftung und Ex-Bundeswirtschaftsminister, begegnet dem Anschluss der Krim durch Russlands Präsident Wladimir Putin mit Verständnis und kritisiert die Wirtschaftssanktionen der EU als unüberlegt.

„Das Verstehen der jeweils anderen Seite ist die Grundvoraussetzung für einen Dialog“, sagte Müller im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Ich bin davon überzeugt, dass die EU eine andere Politik gegenüber der Ukraine gemacht hätte, wenn sich die Verantwortlichen vorher überlegt hätten, was dies für Russland bedeutete.“ Für Putin habe ein „gewisser Handlungsbedarf“ bestanden. Zum Thema Sanktionen sagte Müller dem Magazin weiter: „Ich glaube, dass die territorialen Veränderungen nicht zurückzudrehen sind. Ich halte im Grundsatz wirklich nichts von Handelskriegen, sie haben in der Historie im Grunde nur wenig bewirkt.“

Entsprechend findet Müller auch die kürzliche Reise von Siemens-Chef Joe Kaeser zu Putin keineswegs verwerflich. „Europa ist für mich generell eine Einheit, und dazu gehört grundsätzlich auch Russland.“ Ein Boykott schade nur. „Es ist ja nicht so, als ob Westeuropa mit allen Reichtümern, die man zum Leben braucht, gesegnet wäre. Ich kann wenig Sinn darin erkennen, beispielsweise kategorisch zu sagen, ich will kein russisches Erdgas mehr.“ Müller gibt zu bedenken: „Es würde lange dauern, bis wir eine Versorgung auf Flüssiggasbasis etwa aus dem Nahen Osten oder aus Nordamerika aufgebaut haben. Da ist es mir lieber, wir haben einen geregelten Wirtschaftsverkehr mit Russland.“

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