Westerwelles Südamerika-Reise: Qualifikationsturnier in Rio

Westerwelles Südamerika-Reise: Qualifikationsturnier in Rio

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Mitglieder der Westerwelle-Delegation: Ulrich Gräber (AREVA NP, v.l.), Hubert Nienhoff (gmp-von Gerkan, Mark und Partner), Bodo Liesenfeld (Lateinamerika Verein/Liesenfeld International), ein Dolmetscher, Ralph Dommermuth (United Interned) und Stephan Reimelt (Ferrostahl)

von Henning Krumrey

Für die deutsche Wirtschaft gilt das olympische Motto schon lange vor der Eröffnung der Spiele von Rio de Janeiro: Dabei sein ist alles. Während sich die Gastgeber auf ein großartiges Fest freuen, hoffen die Firmen auf großartige Geschäfte. Das kommt dem Handlungsreisenden Guido Westerwelle(FDP) sehr entgegen

Zwei sportliche Mammutereignisse versetzen Brasilien und Deutschland in freudige Erwartung: die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014, und zwei Jahre später die Olympischen Spiele in Rio.

Das Kicker-Konzil und der Allgemeine Athleten-Auflauf gelten an der Copacabana als ideale Gelegenheit, die gewachsene wirtschaftliche Kraft und das strotzende Selbstbewusstsein des Landes aller Welt vorzuführen.

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Damit das gelingt, soll alles picobello sein. Und die deutschen Unternehmen rechnen sich beste Chancen aus, einen ordentlichen Teil des dreistelligen Milliardenbetrags in ihre Auftragsbücher zu lenken.Als bestes Werbeargument der Deutschen dient die Fußball-WM 2006. Sportminister Orlando Silva schwärmt beim Symposion der Außenhandelskammer Rio „Sportliche Großereignisse und nachhaltige Stadtentwicklung“ über seinen damaligen Deutschlandbesuch. „Ich habe mich verzaubern lassen. Ich war erstaunt, wie herzlich die Gäste empfangen wurden. Ich war Teil dieses Sommertraums.“

Dann trägt er eine lange Liste vor, welche Projekte seine Regierung noch auf den Weg bringen will. Straßen und Schienen, Häfen und Flughäfen will sie modernisieren. Man möchte in Hotels investieren, in Restaurants. Für Brasilien sind WM und Olympia auch „Gelegenheit, den Standard der Dienstleistungen anzuheben. Es gibt Millionen Chancen, wo brasilianische und deutsche Unternehmen zusammenarbeiten können.“Das kommt dem Handlungsreisenden Guido Westerwelle(FDP)  sehr entgegen. „Wir wollen Brasilien mit unseren Erfahrungen bei der Vorbereitung sportlicher Großereignisse tatkräftig zur Seite stehen“, verspricht und wirbt der Bundesaußenminister in Sao Paulo wie in Rio.

„Manche meinen, so ein Ereignis sei in erster Linie das Fest des Sports. Aber es ist zugleich ein kräftiger wirtschaftlicher Impuls.“

So habe auch die WM 2006 „eine Dynamik in unserem eigenen Land entfaltet“.  Entscheidend sei, dass die Investitionen auch in der Zukunft noch einen Nutzen brächten: dass Stadien später auch für viele andere Veranstaltungen geeignet seien – nicht nur für Fußball -, dass die Verkehrswege auch dem künftigen Bedarf der Bevölkerung dienten. „Wir sind stolz darauf, dass wir Infrastruktur gut organisieren können“, lobt Westerwelle die Heimat.

Als Stoßtrupp haben deutsche Unternehmen die Initiative „WinWin 2014/2016“ gegründet, wobei nicht ganz klar wird, ob sich der doppelte Gewinn auf die beiden Termine oder die beiden Länder Deutschland und Brasilien bezieht.

Die Truppe möchte der Außenminister den Gastgebern "sehr herzlich anempfehlen".

Große Hoffnungen machen sich die Anbieter aus Alemanha  bei der Verkehrsinfrastruktur und beim Stadionbau. Drei Aufträge hat bereits das Architekturbüro gmp -von Gerkan, Marg und Partner - Architekten. So organisieren die deutschen Planer den Neubau des Stadions in Manaus, der Regenwald-Metropole, im Volumen von rund 150 Millionen Euro.

Sie modernisieren die Arenen in Brasilia und Belo Horizonte – einschließlich Solaranlage auf dem Dach. Ein vierter Kontrakt ist noch in Verhandlung. „Für Sao Paulo machen wir eine Studie zur Fifa-Tauglichkeit des Stadions“, erzählt Hubert Nienhoff, Partner und Geschäftsführer von gmp.

Ein erster Anlauf, mit einem anderen Planungsbüro, scheiterte. Ohne diese Zulassung fiele die größte Stadt und wichtigste Wirtschaftsmetropole als Austragungsort der WM aus. Nun sollen die Deutschen helfen und den Weltfußballverband durch verbesserte Sicherheit und Logistik überzeugen.Julio Lopez, Landesminister für Transport, erhofft sich vor allem einen Modernisierungsschub im Verkehrswesen der Region um Rio de Janeiro. 99 neue Züge für den Regionalverkehr, neue Busse sollen her. 22 000 gibt es davon bisher, und Lopez will, „dass die Busse sauberer werden“. Weitere 30 Kilometer U-Bahn sind geplant. „Wir hoffen auf die Unterstützung der Deutschen.“Schon in der nächsten Woche beginnt für die Initiative „WinWin 2014/2016“ das erste Qualifikationsturnier.

Denn da erwartet Sportminister Orlando Silva die Deutschen zum Gespräch. Zumindest könnten die beiden Großereignisse für die Abwicklung der erhofften Aufträge hilfreich sein. Denn die sprichwörtliche brasilianische Bürokratie und das gerade in Rio de Janeiro übliche Chaos lassen sich damit vielleicht im Zaum halten. Auch Sportminister Orlando Silva gibt zu: „Man braucht eine klare Präferenz wie so einen Termin. Das wird auch die öffentliche Planung beeinflussen.“

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