Westliche Botschaften geschlossen: Interpol warnt vor Terrorgefahr in islamischen Ländern

Westliche Botschaften geschlossen: Interpol warnt vor Terrorgefahr in islamischen Ländern

Interpol hat nach Gefängnisausbrüchen weltweit vor Sicherheitsrisiken gewarnt. Daher bleiben in islamischen Ländern am Sonntag eine Reihe westlicher Botschaften geschlossen.

Nach der Aufdeckung angeblicher Planungen für Terroranschläge lassen allein die USA die Türen von 21 Vertretungen dicht. Auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich entschlossen, ihre Vertretungen im Jemen vorübergehend nicht zu öffnen. Interpol forderte ihre 190 Mitgliedsländer nach mehreren von Al Kaida unterstützten Gefängnisausbrüchen etwa im Irak, in Libyen und Pakistan zu erhöhter Wachsamkeit und koordinierten Ermittlungen auf.

Am Samstag trafen sich Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama in Washington, um die Lage zu erörtern. Nach Angaben des Weißen Hauses nahmen an dem Gespräch unter anderem Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice, Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Chuck Hagel, Heimatschutzministerin Janet Napolitano und führende Geheimdienstleute teil. Obama war nicht anwesend. Inhaltlich wurde nichts mitgeteilt.

Die USA haben angeblich geheime Kommunikationen zwischen hochrangigen Al-Kaida-Mitgliedern abgefangen, in denen es um Terroranschläge auf amerikanische Einrichtungen ging. Das sei der Grund für die weltweite Reisewarnung vom Freitag und die geplante vorübergehende Schließung von US-Vertretungen, berichtete die „New York Times“.

Terrorwarnung Auch Deutschland schließt Botschaft im Jemen

Aus Furcht vor Terror-Anschlägen wird die deutsche Botschaft im Jemen vorübergehend geschlossen. Die USA hatten zuvor angekündigt, ihre Botschaften im Nahen Osten zu schließen und sprachen eine Reisewarnung aus.

Die deutsche Botschaft im Jemen bleibt am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen. Quelle: dpa

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Der Zeitung zufolge, die sich auf US-Regierungsbeamte berief, diskutierten die Terroristen Attacken gegen Einrichtungen im Nahen Osten und Nordafrika. Es sei sehr ungewöhnlich, dass Kommunikationen zwischen höherrangigen Al-Kaida-Angehörigen über die Planung von Operationen abgefangen würden - sei es durch die Überwachung von E-Mails oder das Abhören von Handy-Gesprächen. Aus diesem Grund hätten Experten des Geheimdienstes CIA, das Außenministerium und das Weiße Haus sofort begriffen, worum es geht. Auch Kongressmitglieder seien informiert worden. „Das war eine Menge mehr als die üblichen Gespräche“, zitierte die „New York Times“ einen hochrangigen Washingtoner Regierungsbeamten. Einzelheiten habe er nicht preisgeben wollen.

Geschlossen bleiben am Sonntag 21 Botschaften und Konsulate der USA in muslimischen Ländern von Mauretanien in Afrika bis ins asiatische Bangladesch. Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte nächster Woche zusammenhängen könne. Zudem nähere sich das Datum des 11. September, an dem 2001 bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen starben. Vor einem Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vier US-Diplomaten getötet.

Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte ein Sprecher. „Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten.“ Der französische Staatschef François Hollande sagte, man habe Informationen darüber, dass die Drohungen sehr ernst zu nehmen seien. Hollande rief gleichzeitig die französischen Staatsbürger im Jemen zur Vorsicht auf.

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Der „New York Times“ zufolge deuteten einige Analysten und Kongressmitarbeiter an, dass die Betonung einer Terrorbedrohung zum jetzigen Zeitpunkt ein guter Weg sei, vom Wirbel um die NSA-Programme abzulenken. Noch besser sei es, wenn zugleich deutlich gemacht werden könne, dass die NSA-Aktivitäten ein mögliches Terrorkomplott aufgedeckt hätten.

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