Wichtige Wirtschaftsberaterin: Christina Romer sagt Barack Obama Lebewohl

Wichtige Wirtschaftsberaterin: Christina Romer sagt Barack Obama Lebewohl

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Obamas Wirtschaftsberaterin Christina Romer kehrt an die Universität Berkeley zurück

von Malte Fischer

Der Aufschwung in den USA stockt, die Arbeitslosigkeit bleibt hoch. Mitten in dieser schwierigen Wirtschaftslage verliert US-Präsident Barack Obama jetzt auch noch seine wichtigste Wirtschaftsberaterin.

Was haben Angela Merkel und Barack Obama gemein? Richtig. Beide befinden sich  im Tief der Meinungsumfragen  - und beiden laufen die eigenen Leute weg.

Sagten Bundeskanzlerin Merkel die Ministerpräsidenten einiger CDU-regierten Bundesländer in den vergangenen Wochen leise „tschööö“,  so gehen US-Präsident Obama nun seine wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater von der Fahnenstange. Gestern schmiss überraschend Christine Romer, die Vorsitzende des Council of Economic Advisers (CEA) – des Pendants zum deutschen Sachverständigenrat – das Handtuch. Romer, die dem Rat seit Beginn von Obamas Präsidentschaft vorsitzt, wird zum 3. September das Weiße Haus verlassen und wieder an der Universität von Berkeley in Kalifornien lehren.

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Im Juli war bereits Obamas Haushaltsdirektor Peter Orszag zurück getreten. Als sei das nicht genug, schmetterte der Senat am Donnerstag auch noch die Nominierung des von Obama vorgeschlagenen MIT-Professors Peter Diamond für den Vorstand der US-Notenbank Fed ab.

Für Obama sind das heftige Rückschläge. Gerade jetzt, drei Monate vor den Kongresswahlen im November, ist er mehr denn je auf den Rat kundiger Ökonomen angewiesen. Die US-Wirtschaft verliert an Schwung und nicht wenige Beobachter halten einen Rückfall in die Rezession für möglich.

Vor allem die Lage am Arbeitsmarkt bereitet den Amerikanern Sorge. Im Juli sank die Zahl der Beschäftigten um 131 000. Rechnet man den Wegfall von Stellen beim Staat nach Abschluss der Volkszählung aus den Zahlen heraus, ergibt sich für den privaten Sektor zwar ein Beschäftigungszuwachs von 71 000. Doch im Vergleich mit früheren Aufschwüngen ist das wenig. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 9,5 Prozent.

Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt hat entscheidend zu Obamas  gesunkenen Werten in Meinungsumfragen beigetragen. Nur noch 41 Prozent der US-Bürger sind zufrieden mit seiner Amtsführung, zeigt eine aktuelle Gallup-Umfrage. Sieben von zehn Bürgern sehen in der  Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die wichtigste Aufgabe der Regierung.

Auch für Christine Romer stand die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Mittelpunkt. Doch ihre Strategie ist gescheitert. Die keynesianisch orientierte Ökonomin sah in staatlichen Ausgabenprogrammen ein geeignetes Mittel zur Abwehr der Rezession. Daher war sie eine der treibenden Kräfte hinter dem 787 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpaket, das die Obama-Administration zur Rettung der Wirtschaft aufgelegt hat.

Romers Überlegung: Die zusätzlichen Ausgaben des Staates sollten die wegbrechende private Nachfrage ausgleichen, die Produktion stabilisieren und die Beschäftigung sichern. Beim Werben für das Konjunkturprogramm hatte sie sich daher weit aus dem Fenster gelehnt und erklärt, dank der staatlichen Stimuli könnte die Arbeitslosenquote unter 8 Prozent gehalten werden.  

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