Wikileaks-Gründer: Ecuador gewährt Assange Asyl

Wikileaks-Gründer: Ecuador gewährt Assange Asyl

Bild vergrößern

Vor der ecuadorianischen Botschaft in London ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Assange-Anhängern und der Polizei gekommen.

Quelle:Handelsblatt Online

Ecuador gewährt dem in seine Botschaft in London geflüchteten Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl. Damit riskiert das südamerikanische Land einen diplomatischen Konflikt mit Großbritannien.

Ecuador hat dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, Asyl gewährt. Das gab der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patino am Donnerstag bekannt. Assange hält sich seit dem 19. Juni in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London auf. Die britische Regierung will den Australier an Schweden ausliefern, wo er unter anderem wegen Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden soll.

Patino erklärte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Quito, die Entscheidung sei getroffen worden, um Assanges Leben vor Verfolgungsrisiken in den USA zu schützen.

Anzeige

Großbritannien hatte angekündigt, Wikileaks-Gründer Julian Assange kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador zu gewähren. Das hat das britische Außenministerium am Donnerstag deutlich gemacht.

Die Polizeipräsenz vor der ecuadorianischen Botschaft wurde in der Nacht zum Donnerstag verstärkt. Die britische Polizei nahm am Donnerstag vor der Botschaft drei Personen fest. Dabei handelte es sich vermutlich um Anhänger Assanges. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah, wie mehrere Personen von der Polizei weggezerrt wurden, nachdem sie Anordnungen nicht gefolgt waren, auf die andere Straßenseite zu gehen.

Wikileaks-Gründer „Wir hätten nichts anders machen können“

Nachdem in den US-Botschaftsdepeschen die Namen hunderter Informanten veröffentlicht wurden, stehen Wikileaks und Gründer Julian Assange in der Kritik. Doch der gibt nun die Schuld vor allem dem „Guardian“.

Wikileaks-Gründer Julian Assange bei einem Videointerview auf der Medienwoche der Funkausstellung IFA in Berlin.  Quelle: handelsblatt.com

Assange soll im August 2010 mit zwei Frauen Geschlechtsverkehr gehabt haben und dabei gegen deren Willen kein Kondom benutzt haben. Die schwedische Staatsanwaltschaft geht in einem der Fälle von Vergewaltigung aus. Eine Anklage dazu gibt es jedoch nicht.

Assange bestreitet die Vorwürfe. Er vermutet einen Komplott. Der 41-Jährige befürchtet, von Schweden in die USA abgeschoben zu werden. Mit seinen Wikileaks-Veröffentlichungen zu den Konflikten im Irak und in Afghanistan hatte er vor allem die US-Regierung massiv in Schwierigkeiten gebracht. Die Quelle für die Informationen, der US-Soldat Bradley Mannings, steht in den Staaten vor Gericht. Ihm droht lebenslange Haft.

„Wir haben mehrfach unsere Position in den Diskussionen mit der ecuadorianischen Regierung deutlich gemacht“, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums am Donnerstag in London. Großbritannien habe eine rechtliche Verpflichtung, Assange an Schweden auszuliefern. „Wir sind weiterhin entschlossen, diese Verpflichtung zu erfüllen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriumssprecher weiter. Allerdings sei Großbritannien auch an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.

Assange hatte in Großbritannien in einem anderthalbjährigen Prozessmarathon versucht, die Auslieferung gerichtlich zu verhindern. Nach erfolglosem Ausschöpfen des gesamten Instanzenweges hatte er sich in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet. Mit Präsident Rafal Correa, der als US-Kritiker gilt, ist er persönlich befreundet.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%