Wikileaks: Schweden will Assange in London befragen

Wikileaks: Schweden will Assange in London befragen

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Wikileaks-Gründer Julian Assange bei einem Statement in der Botschaft von Ecuador in London im August 2014

Im Fall Julian Assange gibt es eine neue Entwicklung. Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, der sich mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert sieht, soll von schwedischen Staatsanwälten in London befragt werden.

Im Fall Julian Assange hat die schwedische Staatsanwaltschaft angeboten, den Wikileaks-Gründer wegen Zeitdrucks nun doch in London zu den gegen ihn erhobenen Sexvorwürfen zu befragen. Staatsanwältin Marianne Ny erklärte am Freitag, dass einige der Assange zur Last gelegten Verbrechen im August ihre Verjährungsfrist erreichten. Zuvor hatten sich Staatsanwälte geweigert, in die britische Hauptstadt zu reisen, wo der 43-Jährige 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft gesucht hat.

Die Ermittlungen zu mutmaßlichen Sexvergehen gegen den Australier dauern seit fast fünf Jahren an. Die schwedischen Behörden wollen ihn zu Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens und der Vergewaltigung befragen. Die Anschuldigungen stehen im Zusammenhang mit zwei Frauen, die Assange 2010 während eines Besuchs in dem skandinavischen Land getroffen hatte. Assange bestreitet die Vorwürfe. Er wurde bislang nicht offiziell in Schweden angeklagt.

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Sie sei immer der Ansicht gewesen, dass eine Befragung Assanges in der ecuadorianischen Botschaft „die Qualität des Interviews senken würde und dass er in jedem Fall in Schweden präsent sein müsste, sollte es in der Zukunft einen Prozess geben“, teilte Ny mit. „Jetzt, da die Zeit drängt, habe ich es daher als notwendig angesehen, solche Mängel in der Untersuchung zu akzeptieren und zugleich das Risiko einzugehen, dass das Interview den Fall nicht vorantreibt“, erklärte Ny.

Die Staatsanwältin sagte, sie habe das Rechtsteam Assanges am Freitag darum gebeten, den 43-Jährigen in London zu befragen und ihm eine DNS-Probe zu entnehmen. Man bemühe sich auch um die Erlaubnis der ecuadorianischen Behörden.

Ein Anwalt des Wikileaks-Gründers, Per Samuelson, begrüßte das Vorgehen und erklärte, Assange werde das Angebot wahrscheinlich annehmen. „Das ist etwas, das wir seit über vier Jahren fordern“, sagte Samuelson der Nachrichtenagentur AP. „Julian Assange will befragt werden, damit er entlastet werden kann.“

Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson sagte, die schwedische Entscheidung sei „ein Sieg für Julian“, kritisierte zugleich aber die Verzögerung. „Ich finde es absolut empörend, dass die schwedische Staatsanwältin viereinhalb Jahre gebraucht hat, um zu diesem Schluss zu kommen, nachdem sie behauptet hatte, sie könne nicht nach London kommen, weil dies illegal wäre“, sagte er. „Offensichtlich war das ein Scheinargument.“

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Samuelson sagte, die schwedische Generalstaatsanwaltschaft habe wahrscheinlich Ny gebeten, den Fall mit einer Reise nach London voranzutreiben. Assange hatte beim Obersten Gerichtshof Schwedens Berufung gegen einen gegen ihn erlassenen Haftbefehl eingelegt. Das Gericht hatte daraufhin Anfang der Woche die Generalstaatsanwaltschaft um eine Meinung gebeten.

Assange hält sich seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Er hat erklärt, nicht die Absicht zu haben, nach Schweden zu gehen, weil es keine Garantien gebe, dass er nicht anschließend in die USA geschickt werde. In den Vereinigten Staaten wird wegen der Veröffentlichung Hunderttausender geheimer US-Dokumente durch Assanges Enthüllungsplattform Wikileaks ermittelt. Staatsanwältin Ny hat Behauptungen einer Verwicklung der USA in die schwedischen Ermittlungen zurückgewiesen.

Wikileaks-Sprecher Hrafnsson sagte, das Angebot aus Schweden bedeute nicht, dass Assange in absehbarer Zeit die Botschaft verlassen könne. „Wir müssen uns Sorgen wegen der andauernden strafrechtlichen Untersuchung in den Vereinigten Staaten machen“, erklärte er.

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