China überrascht mit robusten Konjunkturdaten

Wirtschaft zieht an: China überrascht mit robusten Konjunkturdaten

Die neuesten Wirtschaftszahlen aus der zweitgrößten Volkswirtschaft fallen besser aus als erwartet. Doch rasant steigende Schulden und ein heiß laufender Bausektor bleiben die wichtigsten Stützen des Wachstums.

Neue Konjunkturdaten aus China deuten darauf hin, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft langsam wieder Fahrt aufnimmt. Wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte, sind die Erzeugerpreise im Dezember so schnell wie seit über fünf Jahren nicht mehr gestiegen. Die Preise auf Großhandelsebene machten im Vergleich zum Dezember des Vorjahres einen großen Sprung um 5,5 Prozent.

Analysten, die im Durchschnitt mit einem Anstieg um nur 4,5 Prozent gerechnet hatten, werteten die Zahlen als weiteres Zeichen der Stabilisierung für die ins Stocken geratene Wirtschaft. Steigende Rohstoffpreise aber auch die enorme Nachfrage im Bausektor hätten zum Preisschub im Großhandel beigetragen.

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Auch die Verbraucherpreise zeigte sich im Dezember mit einem Anstieg um 2,1 Prozent robust. Angekurbelt durch den boomenden Wohnungsmarkt, die steigenden Infrastrukturausgaben und das Kreditwachstum ist Chinas Wirtschaft von Januar bis September um 6,7 Prozent gewachsen, so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr.

China Zoff um den Status als Marktwirtschaft

Am Sonntag soll China offiziell den Status einer Marktwirtschaft erhalten. Doch die EU steuert gegen – vor allem auf Druck der Stahlindustrie, die neue Billigimporte befürchtet.

Am Sonntag soll China offiziell den Status einer Marktwirtschaft erhalten. Quelle: dpa

Xu Shaoshi,Chinas oberster Wirtschaftsplaner, sagte am Dienstag, dass er auch für das gesamte Jahr 2016 mit einem Wachstum von 6,7 Prozent rechnet. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Jahr legt Peking am 20. Januar vor.

China mache laut Xu Shaoshi, der die Entwicklungs- und Reformkommission leitet, auch beim Abbau von Überkapazitäten im Kohle- und Stahlsektor Fortschritte. Überkapazitäten in Höhe von 295 Millionen Tonnen seien im Stahl- und Kohlesektor im vergangenen Jahr abgebaut worden. 800 000 Arbeiter hätten deshalb ihre Jobs verloren, von denen aber die meisten eine neue Beschäftigung gefunden hätten.

Chinas Kampf gegen die Kapitalflucht Wenn plötzlich 69 Milliarden Dollar fehlen

Kehrtwende mit kalten Füßen: Aus China fließt rasant extrem viel Kapital ab. Eine Gruppe mächtiger Behörden will die globale Shopping-Tour von chinesischen Firmen nun ausbremsen. Das hat Konsequenzen für den Westen.

Chinas Behörden wollen den Auslandsinvestitionen einen Riegel vorschieben. Quelle: Reuters, Sascha Rheker

Neben der rasant steigenden Verschuldung von Unternehmen, gelten Überkapazitäten in China als eines der größten Probleme der Wirtschaft.

In Erwartung, dass der Wirtschaftsboom in China immer weiter geht, haben viele Unternehmen viel mehr Fabriken gebaut und Arbeiter eingestellt, als eigentlich notwendig wären, um die Nachfrage zu decken. Laut Fachleuten müssen noch Millionen weitere Arbeiter in neue Jobs gebracht werden, bevor das Problem behoben ist.

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